Alles zum Gottesdienst
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Was ist ein Gottesdienst?
Beim Gottesdienst handelt es sich gemeinhin um eine Zusammentreffen von Menschen, die das gemeinsame Anliegen haben mit Gott in Kontakt zu treten, ihm Opfer zu bringen sowie Sakramente zu empfangen bzw. eine auferlegte religiöse Pflicht zu erfüllen. Ein Gottesdienst folgt in der Regel einem bestimmten vorgegebenen Ablauf, der auch als Ritus bezeichnet und je nach Konfession anders aufgebaut ist. In der römisch-katholischen Kirche gibt es unterschiedliche Formen des Gottesdienstes (auch als „Liturgie“ → „öffentlicher Dienst“ bezeichnet): Heilige Messe, Stundengebet, Spendung der anderen Sakramente und Sakramentalien. Als wichtigste Gottesdienstform gilt hier jedoch die Heilige Messe (auch Messfeier, Eucharistiefeier, Herrenmahl oder Messopfer genannt), deren Höhepunkt die unblutige Erneuerung des Kreuzesopfers Jesu Christi bildet.
Das Messopfer wird vom geweihten Priester dargebracht, der hier in „persona Christi“ („an der Stelle Christi“) handelt und die Opfergaben von Brot und Wein auf geheimnisvolle Weise in den Leib und das Blut Christi verwandelt. In den Ostkirchen wird die heilige Messe als Göttliche Liturgie, Heilige Liturgie oder als Mysterienfeier bezeichnet.
Die Schönheit der katholischen Liturgie als Video
Wie ist ein Gottesdienst aufgebaut?
Der Ablauf einer heiligen Messe (als Messordnung bzw. Ordo Missæ bezeichnet) in der traditionellen römischen Liturgie sieht wie folgt aus:
1. Hauptteil: Vormesse
- Einzug und Stufengebet (mit Schuldbekenntnis)
- Introitus = Eingangsvers
- Kyrie eleison – kurze dreigliedrige Litanei
- Gloria (nicht in der Advents- und Fastenzeit) – hymnenartiger Lob- bzw. Bittgesang
- Oration = Tagesgebet
- Lesung
- Graduale / Alleluja / Tractus / Sequenz = Zwischengesang
- Evangelium
- Predigt (je nach Anlass)
- Credo (gewöhnlich an Tagen 1. & 2. Klasse) = Glaubensbekenntnis
2. Hauptteil: Opfermesse
a) Opferung = Gabenbereitung
- Offertorium
- Opferung des Brotes
- Opferung des Weines
- Lavabo = Händewaschung
- Orate fratres / Suscipiat
- Secret (Stillgebet)
b) Wandlung
- Präfation
- Sanctus – Lobgesang der Engel
- Beginn des Canon Missæ (= eucharistisches Hochgebet): Gebete vor der Wandlung
- Heilige Wandlung – Einsetzungsworte
- Gebete nach der Wandlung
- Ende des Canon Missæ: Schlussgebet „Per ipsum…“
- Pater noster – Vater unser
c) Kommunion
- Brechung der hl. Hostie und Pax (Friedensgruß)
- Agnus Dei – litaneiartiges Gebet an Jesus Christus
- Friedensgebet und Kommuniongebete
- Kommunion des Priesters
- Kommunion des Volkes
- Purifikation und Ablution (Reinigung der Messgefäße und Hände)
3. Hauptteil: Nachmesse
- Communio = Kommunionvers
- Postcommunio = Schlussgebet
- Ite Missa est – Entlassung bzw. Aussendung
- Segen
- Schlussevangelium – Prolog des Johannesevangeliums
Gleichbleibende / wechselnde Teile der heiligen Messe
➯ Gleichbleibende Teile (Ordinarium missæ)
- Kyrie
- Gloria
- Credo
- Sanctus
- Agnus Dei
➯ Veränderliche Teile (Proprium missæ)
- Introitus = Eingangsvers
- Oration = Tagesgebet
- Lesung
- Graduale / Tractus / Alleluja = Zwischengesang
- Evangelium
- Offertorium = Opferungsvers
- Secret = Stillgebet
- Präfation
- Communio = Kommunionvers
- Postcommunio = Schlussgebet
Was ist das Wichtigste im Gottesdienst?
Das Zentrum im römisch-katholischen Gottesdienst bildet die Opfermesse bzw. die Eucharistiefeier, in der die unblutige Erneuerung des Kreuzesopfers Jesu Christi vom Priester vollzogen wird. Das Messopfer wird vom geweihten Priester dargebracht, der hier in „persona Christi“ („an der Stelle Christi“) handelt und die Opfergaben von Brot und Wein auf geheimnisvolle Weise in den Leib und das Blut Christi verwandelt. In den Ostkirchen wird die heilige Messe als Göttliche Liturgie, Heilige Liturgie oder als Mysterienfeier bezeichnet.
Übersicht zu Messorten
Eine Übersicht zu den Messorten/ -terminen für den außerordentlichen Ritus im deutschsprachigen Raum sowie in anderen europäischen Ländern finden Sie auf folgenden Seiten:
Quellen:
- Ramm, Martin: Zum Altare Gottes will ich treten; Thalwil 2018, S. 58f.
- SCHOTT, Das vollständige Römische Messbuch, lateinisch und deutsch, 1962, Nachdruck von 1995.
