FAQ – Wichtige Fragen & Antworten zur Gregorianik
Inhaltsverzeichnis
- Was bedeutet das Wort „Gregorianisch“?
- Was versteht man unter dem Begriff „Gregorianik“?
- Wie entstand der Gregorianische Choral?
- Welche Sprache ist Gregorianisch?
- Was ist typisch für die Melodien des Gregorianischen Chorals?
- Wie heißen die Noten der gregorianischen Choräle?
- Wie liest man Gregorianische Noten?
- Was versteht man unter Neumen?
- Was bedeuten die viereckigen Noten?
Was bedeutet das Wort „Gregorianisch“?
Gregorianisch heißt, dass die kirchlichen Gesänge nach Papst Gregor dem Großen benannt wurden, der die Gesänge der römischen Kirche laut Überlieferung um das Jahr 600 neu geordnet und vereinheitlicht haben soll.
Was versteht man unter dem Begriff „Gregorianik“?
Gregorianik bezeichnet den nach Papst Gregor dem Großen benannten liturgischen Choral, der einstimmig und ohne Begleitung von Musikinstrumenten gesungen wird. Der gregorianischer Gesang (cantus gregorianus) ist in lateinischer Sprache verfasst und hat seinen Ursprung im frühen Christentum. Er ist in der römisch-katholischen Kirche als „gesungenes Wort Gottes“ elementarer Bestandteil des Gottesdienstes, wobei er besonders in Klöstern gepflegt wird und deshalb im Volksmund auch gerne als „Gesang der Mönche“ bezeichnet wird. Zudem gilt die Gregorianik als älteste lebendig gebliebene musikalische Kunstform in der Geschichte des Abendlandes.
Wie entstand der Gregorianische Choral?
Seinen Ursprung hat der gregorianische Gesang in der frühchristlichen, lokalen Musik Westeuropas und Gesangspraxis des oströmischen bzw. byzantinischen Reiches, wobei die Wurzeln vermutlich zu den altjüdischen Tempel- und Synagogen-Gesängen zurückreichen. Papst Gregor der Großen (590–604) soll der Überlieferung nach diese bis dato verfügbaren Gesänge geordnet und vereinheitlicht haben, was aber etliche Historiker anzweifeln. Unter Papst Vitalian (ca. 600-672) es entstand in Rom vermutlich der Kern des gregorianischen Repertoires, der im Zuge der karolingischen Liturgiereform im Frankenreich unter Pippin dem Jüngeren nach 754 nördlich der Alpen umfangreich erweitert und mit gallikanischen Einflüssen angereichert wurde. Die Choräle wurden erst ab etwa dem 8./9. Jahrhundert verschriftlicht.
Welche Sprache ist Gregorianisch?
Der gregorianische Choral ist seit alters her in lateinischer Sprache verfasst, da das Latein in der römisch-katholischen Kirche die Liturgie- und Kirchensprache bildet. Grund dafür ist die historische Entwicklung der römisch-katholischen Kirche zur Staatsreligion im spätantiken Rom.
Was ist typisch für die Melodien des Gregorianischen Chorals?
Das Charakteristische am Gregorianischen Choral ist seine einfache Melodieführung mit kleinen Intervallen sowie die syllabisch unterlegten Texte (pro Ton eine Silbe).
Wie heißen die Noten der gregorianischen Choräle?
Die Noten der gregorianischen Choräle werden als Neumen bezeichnet, die ab etwa dem Ende des 12. Jahrhunderts ihre bis heute gebräuchliche quadratische Form erhalten haben. Aus diesem Grund wird diese letzte Entwicklungsstufe der Tonhöhen anzeigenden Neumen auch als „Quadratnotation“ bezeichnet.
Wie liest man Gregorianische Noten?
Die Noten der gregorianischen Melodien werden immer von links nach rechts gesungen. Dabei wird beim Pes (zwei übereinander stehende Quadrate) zuerst der untere Ton gesungen. Der zu singende Text steht mit dem ersten Vokal der jeweiligen Silbe unter der ersten zu dieser Silbe gehörenden Neume. Die römische oder arabische Ziffer am Beginn eines jeden Chorals gibt an, in welcher der acht Kirchentonarten der Gesang notiert ist. Im Normalfall ist der erste Buchstabe des Liedtextes als Initiale gesetzt.
Was versteht man unter Neumen?
Bei den Neumen (vom griechischen Begriff „νεῦμα“ („neuma“) → „Wink“) handelt es sich um spezielle graphische Zeichen, Figuren bzw. Symbole über den zu singenden Texten, die in der Notation des gregorianischen Chorals zum Einsatz kommen. Sie haben ihren Ursprung im 8. bzw. 9. Jahrhundert und dienen dazu den melodischen Lauf der Melodien sowie die gewünschte Interpretation der gregorianischen Choräle festzuhalten.
Was bedeuten die viereckigen Noten?
Die Form der viereckigen Noten wird als „Quadratnotation“ bezeichnet. Sie entwickelte sich auf Basis des durch Guido von Arezzo im Jahr 1028 erfundenen horizontalen Neumenlinien-Systems (Notation auf vier Linien im Terzabstand), mit dessen Hilfe es nun möglich war, die Tonhöhe einzelner Töne anzuzeigen und Tonintervalle festzulegen.
