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Gregorianik – Neumen / Quadratnotation

Startseite » Grundlagen der Gregorianik » Intervalle nach Halbtönen bestimmen

Intervalle nach Halbtönen bestimmen

Inhaltsverzeichnis

  • Was sind Intervalle?
  • Diatonische Intervalle im Überblick
  • Wie werden Intervalle nach Halbtönen gelesen?
  • Beispiele für verschiedene Intervalle
Neben der Solmisation gibt es eine weitere Methode, um das Lesen bzw. Verstehen von Noten gregorianischer Choräle zu erlernen: Intervalle lesen nach Halbtönen. Diese Herangehensweise eignet sich besonders für alle, die bildlich denken und keine Tonleitern mögen.

Was sind Intervalle?

Beim Intervall (Zwischenraum) handelt es sich um den Abstand zwischen zwei beliebigen Tönen bezüglich ihrer Tonhöhe. Die Struktur des Intervalls im Choral setzt sich aus Ganzton- und Halbtonschritten zusammen, was in der Musikgeschichte auch als diatonisch bezeichnet wird. Ein Halbtonschritt bezeichnet das kleinste Intervall in der westlichen Musik.
Dabei befinden sich die Halbtonschritte ebenfalls wie die Solfege-Silben (Solmisation) relativ zum jeweiligen Notenschlüssel an festen Höhen-Positionen. Der Unterschied hierbei ist jedoch, dass die Solfege-Silben den Linien bzw. Zwischenräumen zugeordnet sind, während Halb- und Ganztonschritte den Tonhöhenabstand zwischen einer Linie und einem angrenzenden Zwischenraum messen.
Quarten, Quinten und Oktaven lassen sich schon am visuellen Höhenabstand erkennen, aber zur Unterscheidung von Klein und Groß wird bei den ständig vorkommenden Sekunden und Terzen die Halbtonschrittverteilung benötigt.


Diatonische Intervalle im Überblick

Der Tonraum wird in zwölf Abschnitte eingeteilt, der sich mit den folgenden Intervallen füllen lässt:

  • Prime: 0 Halbtonschritte (zwei Noten befinden sich auf derselben Tonhöhe)
  • kleine Sekunde: 1 Halbtonschritt
  • große Sekunde: 2 Halbtonschritte
  • kleine Terz: 3 Halbtonschritte
  • große Terz: 4 Halbtonschritte
  • Quarte: 5 Halbtonschritte
  • übermäßige Quarte (Tritonus): 6 Halbtonschritte
  • Quinte: 7 Halbtonschritte
  • kleine Sexte: 8 Halbtonschritte
  • große Sexte: 9 Halbtonschritte
  • kleine Septime: 10 Halbtonschritte
  • große Septime: 11 Halbtonschritte
  • Oktave: 12 Halbtonschritte

Um die Intervalle in der Gregorianik lesen zu lernen, ist es sinnvoll, sich die Halbtonschritte zwischen den Noten vorzustellen.


Wie werden Intervalle nach Halbtönen gelesen?

Übersicht aller Halbtonbänder im C- und F-Schlüssel
Übersicht aller Halbtonbänder

Wer das Notenlesen mit Hilfe der Halbtöne lernen möchte, kann dazu die „Übersicht der Halbtonbänder“ lernen (siehe Grafik). Die roten Halbtonbänder in der Grafik haben bzgl. des Notenschlüssels eine feste Lage, die man sich auswendig einprägen sollte. Auf diese Weise kann beim Hören und Singen bewusst zwischen Halb- und Ganztonschritten, sowie zwischen kleinen und großen Terzen bzw. zwischen den anderen Intervallen unterschieden werden. Beim Notenlesen lässt sich dann immer in Gedanken erfassen, wann ein Halbtonschritt überquert wird – der Rest sind Ganztonschritte.

  • Einzelschritt → Halbtonschritt falls Querung (rotes Band), sonst Ganztonschritt
  • Doppelschritt → kleine Terz falls Querung (rotes Band), sonst große Terz usw.

Beispiele für verschiedene Intervalle

Im Schaubild unten finden sich Beispiele für verschiedene Intervalle in der Quadratnotation, allerdings nur für die häufigste Notenschlüsselstellung. Mit Hilfe des Schaubilds lassen sich jedoch alle anderen Notenschlüsselstellungen ableiten und die entsprechenden Intervalle lesen.

Intervalle in der Quadratnotation
Intervalle in der Quadratnotation
Tipps!
  • Eine gute Hilfestellung für das Lesenlernen von Intervallen bietet zudem die folgende Website: Quadratnotation.
  • Zum Lernen der Intervalle empfiehlt sich außerdem die Verwendung des folgenden GABC player. Beim Abspielen der Gesänge werden hier die jeweiligen Halbtonschritte passend angezeigt.

Ein besonderer Dank gebührt an dieser Stelle Paul Bretschneider für seine Inspiration zu diesem Beitrag, seine Korrekturhinweise sowie für die Bereitstellung der beiden obigen Grafiken.


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