Anima Christi (Seele Christi)
Herkunft des Gebets
Lange Zeit wurde Ignatius von Loyola als Urheber angenommen, der das Gebet in seinen Exerzitien empfiehlt. Auch Bernhardin von Feltre wurde zeitweise für den Autor des Anima Christi gehalten. Mittlerweile gilt Papst Johannes XXII. (1244-1334) als eigentlicher Verfasser.
Inhaltlich ist das Gebet von der Passionsfrömmigkeit des Spätmittelalters durchdrungen. Es nimmt inhaltlich auf das Kreuzesopfer Jesu Christi Bezug und diente ursprünglich zur privaten Verehrung des im heiligsten Altarsakraments anwesenden Christus. Dort wurde es im Anschluss an die Elevation der gewandelten Gaben von Brot und Wein in das Fleisch und Blut Jesu Christi (Transsubstantiation) sowie während der Kommunion gesprochen. Auch heute noch erfreut sich das Anima Christi einer großen Beliebtheit als Kommuniongebet. Das Gebet findet sich im Anhang des Missale Romanum als ein mögliches Dankgebet nach der Messe. Ebenfalls hatte das Gebet im alten Gotteslob unter der Nr. 6,7 seinen festen Platz.
Das „Anima Christi“ als gregorianischer Gesang zum Anhören.
Das Gebet als Text aus Deutsch und Latein
Seele Christi, heilige mich,
Leib Christi, rette mich,
Blut Christi, tränke mich,
Wasser der Seite Christi, reinige mich,
Leiden Christi, stärke mich,
O guter Jesus, erhöre mich.
Birg in deinen Wunden mich,
von dir lass nimmer scheiden mich,
vor dem bösen Feind beschütze mich.
In meiner Todesstunde rufe mich,
zu dir kommen heiße mich,
mit deinen Heiligen zu loben dich
in deinem Reiche ewiglich.
Amen.
Anima Christi, sanctifica me.
Corpus Christi, salva me.
Sanguis Christi, inebria me.
Aqua lateris Christi, lava me.
Passio Christi, conforta me.
O bone Jesu, exaudi me.
Intra tua vulnera absconde me.
Ne permittas me separari a te.
Ab hoste maligno defende me.
In hora mortis meæ voca me.
Et iube me venire ad te,
Ut cum Sanctis tuis laudem te.
In saecula sæculorum.
Amen.
