Asperges me / Vidi aquam
Inhaltsverzeichnis
Was ist das Asperges?
Als Asperges wird sowohl der antiphonale Begleitgesang zum Reinigungsritus / Taufgedächtnis vor Beginn der Heiligen Messe am Sonntag als auch der gesamte Ritus der Reinigung und Erneuerung bezeichnet. Der Name des „Asperges“ stammt vom lateinischen Anfangswort des Gesangs, das sich vom Verb „aspergere“ ableitet und mit „besprengen“ übersetzt wird. Der Text des Asperges ist aus Psalm 51 entnommen.
Während des Taufgedächtnis geht der Priester mit Aspergill und Weihwasser durch die Kirche und besprengt mit dem geweihten Wasser die Gläubigen, die sich dabei zum Gedächtnis an die eigene Taufe und mit der Bitte um Erneuerung der Taufgnade sowie der Vergebung der Sünden bekreuzigen. Seinen Ursprung hat dieser Ritus bereits im 9. Jahrhundert (Karolingerzeit) und wurde in der „Epistola synodica“ des Hinkmar von Reims (806-882) in Frankreich erstmals vorgeschrieben.
Das „Asperges me“ als Gregorianischer Choral zum Anhören
Asperges als Text
Asperges me, Domine,
Hyssopo, et mundabor:
Lavabis me,
Et super nivem dealbabor.
Miserere mei, Deus,
Secundum magnam misericordiam tuam.
Gloria Patri, et Filio,
Et Spiritui Sancto.
Sicut erat in principio,
Et nunc, et semper,
Et in saecula sæculorum.
Amen.
Besprenge mich, o Herr, mit Ysop,
und ich werde rein.
wasche mich,
und ich werde weißer werden als Schnee.
Erbarme dich meiner, o Gott,
Nach Deiner großen Barmherzigkeit.
Ehre sei dem Vater, und dem Sohn,
Und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang,
so auch jetzt und alle Zeit
und in Ewigkeit.
Amen.
Was ist das Vidi aquam?
In der Osterzeit (von Ostersonntag bis Pfingsten) wird statt der Antiphon „Asperges me“ die Antiphon „Vidi aquam“ gesungen, wozu in der Osternacht geweihte Taufwasser genommen wird. Der Text des „Vidi aquam“ bezieht sich auf die Worte des Propheten Ezechiel (Hes 47,2 EU), der das Wasser des Tempels als heiligende Flut ansah, die die Erde durchströmt.
Das „Vidi aquam“ als Gregorianischer Choral zum Anhören
Vidi aquam als Text
Vidi aquam egredientem de templo,
a latere dextro, alleluja:
et omnes ad quos pervenit aqua ista,
salvi facti sunt,
et dicent: alleluja, alleluja.
Confitemini Domino, quoniam bonus,
quoniam in sæculum misericordia eius.
Gloria Patri, et Filio,
Et Spiritui Sancto.
Sicut erat in principio,
Et nunc, et semper,
Et in saecula sæculorum.
Amen.
Ich sah Wasser hervorkommen
aus der rechten Seite des Tempels, alleluja,
und alle, zu denen dieses Wasser drang,
wurden heil,
und sie werden sagen: alleluja, alleluja.
Preiset den Herrn, denn Er ist gut;
denn ewig währet sein Erbarmen.
Ehre sei dem Vater, und dem Sohn,
Und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang,
so auch jetzt und alle Zeit
und in Ewigkeit.
Amen.
Quellen:
- Braun, Joseph: Liturgisches Handlexikon; München ²1924, S. 36f.
- Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Die Bibel. Studienausgabe. Psalmen und Neues Testament. Ökumenischer Text, Stuttgart 2016.
- SCHOTT, Das vollständige Römische Messbuch, lateinisch und deutsch, 1962, Nachdruck von 1995.
