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Eucharistie - Heiliges Messopfer - Liturgie

Fronleichnam

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Inhaltsverzeichnis

  • Was ist Fronleichnam
  • Entstehung des Fronleichnamsfestes
  • Proprium (Wechselnde Messgesänge) für Fronleichnam
  • Liturgische Besonderheiten
  • Gesänge für Fronleichnam
    • Pange lingua (Preise, Zunge, das Geheimnis)
    • Lauda Sion Salvatorem (Lobe, Zion, den Erlöser)
    • Verbum supernum prodiens
    • Adoro te devote (Gottheit tief verborgen)
    • Sacris solemniis
Die Kirche begeht alljährlich am Donnerstag nach dem ersten Sonntag nach Pfingsten (Dreifaltigkeitsfest bzw. Dreifaltigkeistssonntag), das Hochfest des heiligsten Leibes und Blutes Christi, das im Volksmund Fronleichnam (von mittelhdt. „vrône lîcham“ → „des Herren Leib“ abgeleitet) genannt wird.

Was ist Fronleichnam

Mit dem Hochfest des heiligsten Leibes und Blutes Christi (lat. „Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi“) feiert die katholische Kirche jedes Jahr in besonderer Weise die bleibende Gegenwart Jesu Christi im allerheiligsten Sakrament des Altares (Eucharistie). Dazu ist es Brauch im Anschluss an die feierliche heilige Messe eine Prozession durch Stadt oder Dorf abzuhalten, bei der das Allerheiligste (konsekrierte Hostie) von einem Priester oder Diakon in der Monstranz (befindet sich unter einem Baldachin aus Stoff) zur Anbetung durch die Straßen getragen wird. Die Gläubigen begleiten den liturgischen Festzug unter vielen Gesängen und Gebeten.

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„Adoro Te Devote“ als Gregorianischer Choral zum Anhören


Entstehung des Fronleichnamsfestes

Fronleichnamsprozession
Fronleichnamsprozession

Fronleichnam hat seinen Ursprung in den Visionen der heiligen Juliana von Lüttich (1193-1258), in denen diese einen Mond sah, der an einer Stelle verdunkelt war. Sie deutete es als Wunsch Gottes, dass die Kirche ein Fest zur besonderen Verehrung des Altarsakramentes bräuchte. Daraufhin wurde das Fest erstmals im 1246 im Bistum Lüttich begangen und nach einem Blutwunder von Bolsena im Jahre 1263 schließlich durch Papst Urban IV. 1264 zum Fest für die gesamte Kirche erhoben. Der heilige Thomas von Aquin schriebt mehrere Hymnen (Adoro te devote, Pange Lingua, Lauda Sion Salvatorem, Sacris solemniis, Verbum supernum prodiens) für dieses Fest, die bis heute zum elementaren Bestandteil der Liturgie gehören. Das Datum des Fronleichnamsfestes hängt mit Ostertermin zusammen und wird immer am Donnerstag nach dem ersten Sonntag nach Pfingsten gefeiert (60. Tag nach Ostersonntag). Es fällt zeitlich frühestens auf den 21. Mai und spätestens auf den 24. Juni.


Proprium (Wechselnde Messgesänge) für Fronleichnam

Die folgenden Propriumsgesänge werden am Hochfest Fronleichnam (1. Klasse) von der Schola gesungen:

– Feria quinta infra Octavam Sanctissimæ Trinitatis in Festo Sanctissimi Corporis Christi (Missa ‚Cibavit eos‘ und Prozession) –

Messtexte online

Messfeier:

  • Introitus:
    Hörbeispiel I: Externer Link zu Videoportal ■ Hörbeispiel II: Externer Link zu Videoportal ■ Hörbeispiel III: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten ■ – Cibavit eos –
  • Epistel:
    Hörbeispiel: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten ■ – 1 Kor 11, 23-29 –
  • Graduale:
    Hörbeispiel I: Externer Link zu Videoportal ■ Hörbeispiel II: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten ■ – Oculi omnium –
  • Alleluia:
    Hörbeispiel I: Externer Link zu Videoportal ■ Hörbeispiel II: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten ■ – Caro mea vere –
  • Sequenz:
    Hörbeispiel I: Externer Link zu Videoportal ■ Hörbeispiel II: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten ■ – Lauda Sion Salvatorem –
  • Evangelium:
    Hörbeispiel: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten ■ – Joh 6, 56-59 –
  • Offertorium:
    Hörbeispiel I: Externer Link zu Videoportal ■ Hörbeispiel II: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten ■ – Sacerdotes Domini –
  • Communio:
    Hörbeispiel I: Externer Link zu Videoportal ■ Hörbeispiel II: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten ■ – Quotiescumque –

Feierliche Prozession:

Es ist gemeinhin üblich die folgenden Hymnen zur Fronleichnamsprozession an den vier Altären zu singen.

  • Beginn der Prozession: Pange Lingua
    Hörbeispiel I: Externer Link zu Videoportal ■ Hörbeispiel II: Externer Link zu Videoportal ■ Hörbeispiel III: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten 
  • Station I: Litaniae ad I. Altare, Cantus Monasteriensis
    Hörbeispiel: Externer Link zu Videoportal 
  • Station I: Sacris solemniis
    Hörbeispiel I: Externer Link zu Videoportal ■ Hörbeispiel II: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten 
  • Station II: Litaniae ad II. Altare, Cantus Monasteriensis
    Hörbeispiel: Externer Link zu Videoportal 
  • Station II: Verbum supernum prodiens
    Hörbeispiel I: Externer Link zu Videoportal ■ Hörbeispiel II: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten 
  • Station III: Litaniae ad III. Altare, Cantus Monasteriensis
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  • Station III: Salutis humanæ
    Hörbeispiel I: Externer Link zu Videoportal ■ Hörbeispiel II: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten 
  • Station IV: Litaniae ad IV. Altare, Cantus Monasteriensis
    Hörbeispiel: Externer Link zu Videoportal 
  • Station IV: Æterne Rex altissime
    Hörbeispiel I: Externer Link zu Videoportal ■ Hörbeispiel II: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten 
  • Nach Rückkehr in die Kirche zum Schlußsegen:

  • Tantum ergo:
    Hörbeispiel: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten 

Am Ende der Liturgie ist es vielerorts üblich das Te Deum zu singen.

  • Te Deum (Tonus solemnis):
    Hörbeispiel: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten 
  • Te Deum (Tonus simplex):
    Hörbeispiel: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten 
  • Te Deum (Alio modo, iuxta morem Romanum):
    Hörbeispiel: Externer Link zu Videoportal ■ Noten: Externer Link zu Noten 
▶ Die Messgesänge für Fronleichnam mit Noten und Hörbeispielen finden sich ebenfalls auf folgender Seite: Fronleichnam.

Liturgische Besonderheiten

Zu den liturgischen Besonderheiten am Fronleichnamsfest gehören das Singen der Sequenz „Lauda Sion Salvatorem“ im Anschluss an den Allelujagesang und die sich nach der Messe anschließende Prozession mit dem Allerheiligsten durch die Stadt, die an den vier aufgebauten Außenaltären Station macht. An jeder Statio wird ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgelesen, Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen gespendet. Die Prozession findet ihren Abschluss wieder in der Pfarrkirche, wo der Gesang des Tantum ergo sowie der sakramentale Segen erfolgt. Am Ende erklingt der Lobhymnus „Te Deum laudamus“.


Gesänge für Fronleichnam

Eine Auswahl geeigneter gregorianischer Gesänge für das Hochfest des heiligsten Leibes und Blutes Christi:


Pange lingua (Preise, Zunge, das Geheimnis)

Der Hymnus „Pange lingua“ wurde vom heiligen Thomas von Aquin komponiert. Am Ende jeder Aussetzung des Allerheiligsten singt der Priester die letzten beiden Strophen (Tantum ergo) aus diesem Hymnus, bevor er den sakramentalen Segen spendet.

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Das „Pange Lingua“ als Gregorianischer Choral zum Anhören.

Deutsch:

Das Geheimnis laßt uns künden,
das uns Gott im Zeichen bot:
Jesu Leib, für unsre Sünden
hingegeben in den Tod,
Jesu Blut, in dem wir finden
Heil und Rettung aus der Not.

Von Maria uns geboren,
ward Gott Sohn uns Menschen gleich,
kam zu suchen, was verloren,
sprach das Wort vom Himmelreich,
hat den Seinen zugeschworen:
Allezeit bin ich bei euch.

Auf geheimnisvolle Weise
macht er dies Versprechen wahr;
als er in der Jünger Kreise
bei dem Osterlamme war,
gab in Brot und Wein zur Speise
sich der Herr den Seinen dar.

Gottes Wort, ins Fleisch gekommen,
wandelt durch sein Wort den Wein
und das Brot zum Mahl der Frommen,
lädt auch die Verlornen ein.
Der Verstand verstummt beklommen,
nur das Herz begreift´s allein.

Gott ist nah in diesem Zeichen:
knieet hin und betet an.
Das Gesetz der Furcht muss weichen,
da der neue Bund begann;
Mahl der Liebe ohnegleichen:
nehmt im Glauben teil daran.

Gott dem Vater und dem Sohne
singe Lob, du Christenheit;
auch dem Geist auf gleichem Throne
sei der Lobgesang geweiht.
Bringet Gott im Jubeltone
Ehre, Ruhm und Herrlichkeit. Amen.

Latein:

Pange, lingua, gloriósi
córporis mystérium,
sanguinísque pretiósi,
quem in mundi prétium
fructus ventris generósi
Rex effúdit géntium.

Nobis datus, nobis natus
ex intácta Vírgine,
et in mundo conversátus,
sparso verbi sémine,
sui moras incolátus
miro clausit órdine.

In suprémae nocte cenae
recúmbens cum frátribus,
observáta lege plene
cibis in legálibus,
cibum turbae duodénae
se dat suis mánibus.

Verbum caro panem verum
verbo carnem éfficit,
fitque sanguis Christi merum,
et, si sensus déficit,
ad firmándum cor sincérum
sola fides súfficit.

Tantum ergo sacraméntum
venerémur cérnui,
et antíquum documéntum
novo cedat ritui;
praestet fides suppleméntum
sénsuum deféctui.

Genitori Genitóque
laus et iubilátio,
salus, honor, virtus quoque
sit et benedíctio;
procédenti ab utróque
compar sit laudátio. Amen.


Lauda Sion Salvatorem (Lobe, Zion, den Erlöser)

Der Hymnus „Lauda Sion Salvatorem“, den der heilige Thomas von Aquin verfasst hat, ist fester Bestandteil der Liturgie von Fronleichnam. Er hat folgt in der heiligen Messe als Sequenz nach dem Graduale.

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„Lauda Sion“ als Gregorianischer Choral zum Anhören

Deutsch:

Deinen Heiland, Sion, preise,
lobe Ihn in Wort und Weise,
der dir Hirt und Führer ist.
Was du kannst, das sollst du wagen;
Ihm gebührend Lob zu sagen,
man vergebens sich vermisst.

Brot, des Lob das Lied verkündet,
das, lebendig, Leben zündet,
Beut sich heute festlich dar.
Dass Er es im heil’gen Saale
Den zwölf Brüdern gab beim Mahle,
ist ohn‘ jeden Zweifel wahr.

Lob erschalle, Lob ertöne,
Gott genehm, voll hoher Schöne,
Sei des Herzens Jubellaut.
Denn das Fest wird heut begangen,
von des Tages Glanz umfangen,
Der uns dieses Pfand vertraut.

Neuen Königs Tafelrunde,
neues Lamm im Neuen Bunde
Hat des Alten End‘ gebracht.
Neues treibt das Alte fort,
Schatten scheucht der Wahrheit Wort
und das Licht verbannt die Nacht.

Was beim Mahl durch Ihn geschehen,
das hieß Christus uns begehen
zum Gedächtnis Seinem Tod.
Treu befolgend heil’ge Lehren,
Weihen, unser Heil zu mehren,
Wir als Opfer Wein und Brot.

Wie des Christen Glaube lehret,
Brot in Christi Fleisch sich kehret,
und in Christi Blut der Wein.
Sehen kannst du’s nicht, noch fassen;
Starker Glaube wird’s nicht lassen
trotz Natur und Augenschein.

Unter beiderlei Gestalten,
Die als Zeichen nur hier walten,
Birgt sich göttliche Substanz.
Blut als Trank und Fleisch als Speise:
Christus ist auf beide Weise
Bei uns ungeteilt und ganz.

Wer Ihn aufnimmt, bei Ihm weilet,
Hat Ihn voll und ungeteilet,
ungebrochen, unbrechbar.
Einer nimmt und tausend nehmen,
gleichviel stets, soviel auch kämen,
immer bleibt Er, was Er war.

Gute kommen, Böse kommen,
doch nicht jedem will es frommen,
Leben bringt’s und Todesbann.
Bösen: Tod; den Guten: Leben;
Sieh, das Gleiche wird gegeben,
doch nicht Gleiches man gewann.

Wird die Hostie gespalten,
zweifle nicht! Lass Glauben walten,
jedem Teile bleibt erhalten
Doch des ganzen Vollgehalt.
Brechen kann man nur das Zeichen.
Doch nie dessen Sein erreichen;
nichts von Christus kann da weichen,
Weder Zustand, noch Gestalt.

Sieh, das Brot, der Engel Gabe,
wird den Pilgern hier zur Labe,
wahrhaft ist’s der Kinder Habe,
nicht den Hunden werft es hin.
Längst im Bild war’s vorbereitet:
Isaak, der zum Opfer schreitet,
Osterlamm, zum Mahl bereitet,
Manna nach der Väter Sinn.

Guter Hirt, Du wahre Speise,
Dich barmherzig uns erweise;
Nähre uns auf unsrer Reise;
Deine Güter, Jesu, weise
uns im wahren Lebensland.
Du, der alles weiß und leitet,
hier im Todestal uns weidet:
Dort, wo licht Dein Reich sich breitet,
sei uns Los und Tisch bereitet
In der Heiligen Verband. Amen. Alleluja.

Latein:

Lauda Sion Salvatórem,
Lauda ducem et pastórem
In hymnis et cánticis.
Quantum potes, tantum aude,
Quia maior omni laude,
Nec laudáre súfficis.

Laudis thema speciális
Panis vivus et vitális
Hódie propónitur.
Quem in sacrae mensa coenae
Turbae fratrum duodénae
Datum non ambígitur.

Sit laus plena, sit sonóra;
Sit iucúnda, sit decóra
Mentis iubilátio,
Dies enim solémnis ágitur
In qua mensae prima recólitur
Huius institútio.

In hac mensa novi Regis
Novum Pascha novae legis
Phase vetus términat.
Vetustátem nóvitas,
Umbram fugat véritas,
Noctem lux elíminat.

Quod in coena Christus gessit,
Faciéndum hoc expréssit
In sui memóriam:
Docti sacris institútis
Panem, vinum in salútis
Consecrámus hóstiam.

Dogma datur Christiánis,
Quod in carnem transit panis
Et vinum in sánguinem.
Quod non capis, quod non vides,
Animósa firmat fides
Praeter rerum órdinem.

Sub divérsis speciébus,
Signis tantum et non rebus,
Latent res exímiae:
Caro cibus, sanguis potus,
Manet tamen Christus totus
Sub utráque spécie.

A suménte non concísus,
Non confráctus, non divísus
Integer accípitur.
Sumit unus, sumunt mille,
Quantum isti, tantum ille,
Nec sumptus consúmitur.

Sumunt boni, sumunt mali,
Sorte tamen inaequáli,
Vitae vel intéritus.
Mors est malis, vita bonis,
Vide paris sumptionis
Quam sit dispar exitus.

Fracto demum sacraménto,
Ne vacílles, sed meménto
Tantum esse sub fragménto,
Quantum toto tégitur.
Nulla rei fit scissúra,
Signi tantum fit fractúra,
Qua nec status nec statura
Signáti minúitur.

Ecce panis Angelórum,
Factus cibus viatórum,
Vere panis filiórum,
Non mitténdus cánibus!
In figúris praesignátur,
Cum Isaac immolátur,
Agnus Paschae deputátur,
Datur manna pátribus.

Bone pastor, panis vere,
Jesu, nostri miserére,
Tu nos pasce, nos tuére,
Tu nos bona fac vidére
In terra vivéntium.
Tu qui cuncta scis et vales,
Qui nos pascis hic mortáles,
Tuos ibi commensáles,
Cohaerédes et sodáles
Fac sanctórum civium. Alleúja.


Verbum supernum prodiens

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„Verbum supernum prodiens“ als Gregorianischer Choral zum Anhören

Deutsch:

Das Wort geht von dem Vater aus
und bleibt doch ewiglich zu Haus,
geht zu der Welten Abendzeit,
das Werk zu tun, das uns befreit.

Da von dem eignen Jünger gar
der Herr zum Tod verraten war,
gab er als neues Testament
den Seinen sich im Sakrament,

gab zwiefach sich in Wein und Brot;
sein Fleisch und Blut, getrennt im Tod,
macht durch des Mahles doppelt Teil
den ganzen Menschen satt und heil.

Der sich als Bruder zu uns stellt,
gibt sich als Brot zum Heil der Welt,
bezahlt im Tod das Lösegeld,
geht heim zum Thron als Siegesheld.

Der du am Kreuz das Heil vollbracht,
des Himmels Tür uns aufgemacht:
gib deiner Schar im Kampf und Krieg
Mut, Kraft und Hilf aus deinem Sieg.

Dir, Herr, der drei in Einigkeit,
sei ewig alle Herrlichkeit.
Führ uns nach Haus mit starker Hand
zum Leben in das Vaterland.

Amen.

Latein:

Verbum supernum prodiens,
Nec Patris linquens dexteram,
Ad opus suum exiens,
Venit ad vitæ vesperam.

In mortem a discipulo
Suis tradendus aemulis,
Prius in vitæ ferculo
Se tradidit discipulis.

Quibus sub bina specie
Carnem dedit et sanguinem;
Ut duplicis substantiæ
Totum cibaret hominem.

Se nascens dedit socium,
Convescens in edulium,
Se moriens in pretium,
Se regnans dat in praemium.

O salutaris hostia,
Quæ cæli pandis ostium,
Bella premunt hostilia;
Da robur, fer auxilium.

Uni trinoque Domino
Sit sempiterna gloria:
Qui vitam sine termino
Nobis donet in patria.

Amen.


Adoro te devote (Gottheit tief verborgen)

Zweifelsohne die bekannteste Komposition des hl. Thomas von Aquin ist „Adoro te devote“. In der Liturgie der Kirche wird er häufig zur Aussetzung des Allerheiligsten Altarsakraments gesungen und hierbei besonders an Fronleichnam.

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Das „Adoro Te Devote“ als Gregorianischer Choral zum Anhören.

Deutsch:

Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir.
Unter diesen Zeichen bist du wahrhaft hier.
Sieh, mit ganzem Herzen schenk ich dir mich hin,
weil vor solchem Wunder ich nur Armut bin.

Augen, Mund und Hände täuschen sich in dir,
doch des Wortes Botschaft offenbart dich mir.
Was Gott Sohn gesprochen, nehm ich glaubend an;
er ist selbst die Wahrheit, die nicht trügen kann.

Einst am Kreuz verhüllte sich der Gottheit Glanz,
hier ist auch verborgen deine Menschheit ganz.
Beide sieht mein Glaube in dem Brote hier;
wie der Schächer ruf ich, Herr, um Gnad zu dir.

Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot,
bet ich dennoch gläubig: „Du mein Herr und Gott!“
Tief und tiefer werde dieser Glaube mein,
fester lass die Hoffnung, treu die Liebe sein.

Denkmal, das uns mahnet an des Herren Tod!
Du gibst uns das Leben, o lebendig Brot.
Werde gnädig Nahrung meinem Geiste du,
dass er deine Wonnen koste immerzu.

Gleich dem Pelikane starbst du, Jesu mein;
wasch in deinem Blute mich von Sünden rein.
Schon ein kleiner Tropfen sühnet alle Schuld,
bringt der ganzen Erde Gottes Heil und Huld.

Jesus, den verborgen jetzt mein Auge sieht,
stille mein Verlangen, das mich heiß durchglüht:
lass die Schleier fallen einst in deinem Licht,
dass ich selig schaue, Herr, dein Angesicht.

Amen.

Latein:

Adoro te devote, latens Deitas,
Quae sub his figuris vere latitas
Tibi se cor meum totum subiicit,
Quia te contemplans totum deficit.

Visus, tactus, gustus in te fallitur,
Sed auditu solo tuto creditur.
Credo quidquid dixit Dei Filius:
Nil hoc verbo Veritatis verius.

In cruce latebat sola Deitas,
At hic latet simul et humanitas;
Ambo tamen credens atque confitens,
Peto quod petivit latro paenitens.

Plagas, sicut Thomas, non intueor;
Deum tamen meum te confiteor.
Fac me tibi semper magis credere,
In te spem habere, te diligere.

O memoriale mortis Domini!
Panis vivus, vitam praestans homini!
Praesta meæ menti de te vivere
Et te illi semper dulce sapere.

Pie pellicane, Iesu Domine,
Me immundum munda tuo sanguine.
Cuius una stilla salvum facere
Totum mundum quit ab omni scelere.

Iesu, quem velatum nunc aspicio,
Oro fiat illud quod tam sitio;
Ut te revelata cernens facie
Visu sim beatus tuæ gloriæ.

Amen.


Sacris solemniis

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„Sacris solemniis“ als Gregorianischer Choral zum Anhören

Deutsch:

Am heiligen Festtag wollen wir uns freuen,
aus tiefstem Herzen Lobeslieder singen;
das Alte weiche, neu soll alles werden,
der Sinn, das Lied und unser ganzes Tun.

Des letzten Mahles wollen wir gedenken,
da Christus seinen Jüngern, wie wir glauben,
das Lamm und auch das Brot zur Speise reichte,
so wie es im Gesetz der Väter stand.

Als nun das Lamm, das Vorbild, war genossen,
da reichte Gott der Herr mit eigenen Händen
sein Fleisch und Blut den Jüngern hin zur Speise,
er gab sich allen und auch jedem ganz.

Er bot den Schwachen seines Leibes Speise,
den Trauernden den Becher seines Blutes
und sprach: Nehmt hin den Kelch, den ich euch gebe!
Ihr sollt ihn trinken jetzt und immerdar.

So hat er dieses Sakrament begründet,
das nur die Priesterschaft verwalten sollte;
sie hat die Vollmacht, selbst es zu empfangen
und auszuspenden auch der Christenheit.

So wird das Engelsbrot zum Brot der Menschen,
das Himmelsbrot verdrängt des Vorbilds Zeichen.
O Wunder, das wir Menschen nie begreifen:
Der arme Knecht genießt den höchsten Herrn!

Dreieiniger Gott, erhöre unsre Bitten,
komm, such uns heim, so wie wir dich verehren,
führ uns auf deinem Pfad, den wir erstreben,
zum Lichte hin, in dem du ewig thronst! Amen.

Latein:

Sacris solemniis iuncta sint gaudia,
et ex praecordiis sonent praeconia;
recedant vetera, nova sint omnia,
corda, voces, et opera.

Noctis recolitur cena novissima,
qua Christus creditur agnum et azyma
dedisse fratribus, iuxta legitima
priscis indulta patribus.

Post agnum typicum, expletis epulis,
Corpus Dominica datum discipulis,
sic totum omnibus, quod totum singulis,
eius fatemur manibus.

Dedit fragilibus corporis ferculum,
dedit et tristibus sanguinis poculum,
dicens: Accipite quod trado vasculum;
omnes ex eo bibite.

Sic sacrificium istud instituit,
cuius officium committi voluit
solis presbyteris, quibus sic congruit,
ut sumant, et dent ceteris.

Panis angelicus fit panis hominum;
dat pants cælicus figuris terminum;
O res mirabilis: manducat Dominum
pauper, servus et humilis.

Te, trina Deitas unaque, poscimus:
sic nos tu visita, sicut te colimus;
per tuas semitas duc nos quo tendimus,
ad lucem quam inhabitas.


Überblick zum Kirchenjahr

Quellen:

  • Artikel „Fronleichnam“; In: Kathpedia. Die freie katholische Enzyklopädie, URL: https://www.kathpedia.com/index.php/Fronleichnam (abgerufen am 10.06.2020)
  • SCHOTT, Das vollständige Römische Messbuch, lateinisch und deutsch, 1958, S. 604.

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