Heiliger Benedikt von Nursia (480-547)
Inhaltsverzeichnis
Wer war der hl. Benedikt von Nursia?
Benedikt kam um das Jahr 480 in Nursia (Umbrien) als Sohn eines reichen Landbesitzers zur Welt. Im Anschluss an seine Schulzeit in Nursia wurde er von seinen Eltern zum Studium nach Rom geschickt. Dort war er von der Sittenlosigkeit sehr enttäuscht und zog sich als Einsiedler in eine Höhle bei Subiaco zurück. Mit seinem Leben zog er die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich und wurde gebeten im nahe gelegenen Kloster Vicovaro als Abt die Ordnung wiederherzustellen, dem Benedikt zustimmte. Das stieß auf Unwillen vieler Mönche, die ihn mit Hilfe von vergifteten Wein versuchten zu töten. Daraufhin ging Benedikt in seine Einsiedelei zurück und gründete in einem Gebäude der Nerovilla das Kloster San Clemente sowie zwölf weitere kleine Klöster, wurde dann aber von dort durch Intrigen gegen ihn vertrieben. Im Jahr 529 gründete er mit einigen Anhängern die Abtei Montecassino (bei Neapel), die bis heute das Stammkloster des Benediktinerordens ist. Dieses Datum markiert auch die Gründung des Benediktinerordens (Ordo Sancti Benedicti (OSB)) Benedikt wurde Vorsteher des neuen Klosters und verfasste hier um 540 die Benediktsregel („Regula Benedicti“). Bei der einheimischen Bevölkerung war Benedikt sehr beliebt und half vielen Menschen in Notzeiten. Die Legende berichtet auch von Heilungen und Totenerweckungen. Benedikt starb im 21. März des Jahres 547 in Monte Cassino während des Gebets in der Klosterkirche. Der Legende nach wurde er von Engeln in den Himmel getragen.
Benedikt wird als Schutzpatron Europas, der Schulkinder und Lehrer; der Bergleute, Höhlenforscher, Kupferschmiede und der Sterbenden. Darüber hinaus wird er bei Zauberei, Pest, Fieber, Entzündungen, Nieren- und Gallensteine, sowie Vergiftungen angerufen. Seinen Gedenktag begeht die Kirche jedes Jahr am 11. Juli. In der Ikonographie wird Benedikt zumeist als Abt (manchmal auch als Einsiedler) mit kaputten Becher bzw. Kelch, aus dem eine Schlange entweicht, dem Regelbuch (Regula Benedicti), einem Pelikan, Raben oder Dornen als Heiligenattributen dargestellt.
Der Introitus „Os Iusti Meditabitur“ vom Gedenktag des hl. Benedikt von Nursia als gregorianischer Choral zum Anhören
Proprium (Wechselnde Messgesänge) für das Fest des Hl. Benedikt
Die folgenden Propriumsgesänge werden am Fest des Hl. Benedikt von Nursia (3. Klasse) von der Schola gesungen:
– 10. Am Fest eines heiligen Abtes – Missa ‚Os Iusti‘ –
Benediktussegen / Benediktusmedaille
Beim Benediktussegen, der heutzutage meist in Form einer Benediktusmedaille (auch „Benediktuspfennig“ genannt) oder in einem Benediktuskreuz eingearbeitet ist, handelt es sich um eine spezielle Segensformel, die der Legende nach dem heiligen Benedikt von Nursia (um 480-547) zugeschrieben wird. Früher war der Segen auch häufig auf einem Zettel geschrieben, in Blei, Zinn, Messinglegierungen und Horn eingeprägt oder in Gold und Silber gegossen.
Aufbau des Benediktussegen / Benediktuskreuz
Die Benediktusmedaille besteht aus einem Bann- bzw. Segensspruch sowie einer Abbildung des Benediktuskreuzes. Das wichtigste Element stellt dabei das Segens- bzw. Benediktuskreuz dar, auf dem sich die über dem gleichen Mittelwort kreuzförmig angeordneten Buchstaben des eigentlichen Segenstextes befinden. Die Buchstaben des Benediktussegens haben dabei folgende Bedeutung:
Die vier folgenden Buchstaben bilden die Überschrift, indem sie die Formel als Benediktus-Segen definieren:
Vier Buchstaben in den Kreuzecken / Kreuzwinkeln:
CSPB = Crux Sancti Patris Benedicti = „Kreuz des heiligen Vaters Benediktus.“
Über dem Kreuz steht das lateinische Wort PAX = „Friede“, das zugleich auch Wappenwort des Benediktinerordens ist. Auf einigen älteren Darstellungen der Benediktusmedaille findet sich an dieser Stelle das Christusmonogramm IHS.
Die Buchstaben auf den Kreuzbalken bilden in Kurzform die Kernworte des Segens. Sie werden zuerst senkrecht und anschließend waagrecht gelesen:
Längsbalken-Aufschrift:
CSSML = Crux sacra sit mihi lux = „Das heilige Kreuz sei mein Licht“)
Querbalken-Aufschrift:
NDSMD = non draco sit mihi dux = „Nicht der Drache sei mir Führer“.
Um das Kreuz herum verlaufen die folgenden 14 Buchstaben im Kreis als Abkürzung für den Zachariassegen (Doppelspruch). Diese gilt es von rechts oben zu lesen:
VRSNSMV – SMQLIVB
VRS = Vade Retro Satana = „Weiche zurück, Satan,“
NSMV = Numquam Suade Mihi Vana = „Niemals verführe mich zu Eitelkeit.“
SMQL = Sunt Mala Quae Libas = „Böse ist, was du einträufelst:“
IVB = Ipse Venena Bibas = „trinke selbst dein Gift“
Die Rückseite einer Benediktus-Medaille zeigt in der Regel eine Darstellung des Heiligen Benedikt, der in der rechten Hand das Kreuz hält und in der linken Hand die von ihm verfasste Ordensregel. Zu Füßen des hl. Benedikt steht ein zerbrochener Kelch, aus dem eine Schlange als Symbol für das Gift entweicht, und neben dem Heiligen ist ein Rabe abgebildet (trägt das vergiftete Brot weg).
Diese Darstellung wird von den folgenden Worten eingerahmt:
EIUS IN OBITU N(OST)RO PR(A)ESENTIA MUNIAMUR = „Bei unserem Sterben mögen wir durch seine Gegenwart gestärkt werden.“

Geschichte / Überlieferung
Nach alter Überlieferung geht der Segensspruch auf den hl. Benedikt von Nursia zurück. Die Legende berichtet, dass dem heiligen Benedikt in Vicovaro ein Giftbecher gereicht wurde. Dieser zerbrach und das Gift entwich in Form einer Schlange, als der Benedikt über dem Becher das Kreuzeszeichen machte. Erstmals Erwähnung findet der Benediktussegen im Mettener Kodex von 1414, der im gleichnamigen Kloster Metten (Niederbayern) niedergeschrieben wurde. Eine andere Legende berichtet, dass der Segen bereits im Frühmittelalter im Umlauf war und der spätere Papst Leo IX. (1002–1054) durch den Segen von einer schweren Krankheit geheilt wurde, was ihm weite Verbreitung schaffte. Große Beliebtheit erlangte das Benediktusamulett im Laufe des 17. Jahrhunderts als Schutz- und Heilmittel. In einem Hexenprozess im Jahr 1647 in Straubing sagten die dort angeklagten Hexen aus, dass sie keine Macht über das Kloster Metten bekommen konnten, weil in dessen Mauern ein Benediktuskreuz verborgen war. Zwischenzeitlich war das Benediktusamulett als Zaubermittel auf den Index gesetzt. Erst durch die beiden Dekrete vom 23. Dezember 1741 und 12. März 1742 bestätigte Papst Benedikt XIV. den rechtmäßige Gebrauch der Benediktusmedaille und versah das Tragen mit Ablässen. Seither verbreiteten die Benediktiner in Metten den Segen und stellten die Medaillen in großer Zahl her, da sie eine gute Einnahmequelle für das Kloster waren.
Welche Wirkungen werden der Benediktusmedaille zugeschrieben?
Traditionell wird der Benediktuspfennig als Schutzmedaillon (gibt es in verschiedenen Größen) oder als Kruzifix (Medaille ist in Kreuz eingearbeitet) entweder um den Hals, am Rosenkranz, in der Geldbörse oder anderswo getragen. Zuvor muss sie allerdings gesegnet werden. Die Medaille soll der Überlieferung nach vor folgenden Dingen schützen:
- vor allem Bösen (böse Geister, Hexen, den Teufel, Zauberei),
- vor Krankheit (Fieber, Pest, Fallsucht, Fehlgeburten),
- vor seelischer und leiblicher Not,
- vor Unwetter (Blitz, Hagelschlag),
- vor Alltagsgefahren und Übeln jeglicher Art,
- in der Sterbestunde,
Früher war es zudem üblich die Benediktusmedaille ins Fundament von Häusern einzumauern, auf Feldern zu vergraben, sie unter Hausschwellen, unter Kinderwiegen, in Futterkrippen und zu diversen anderen schützenswerten Plätzen zu legen.
Segensgebet über die Medaille
V. Der Name des Herrn sei gepriesen.
A. Von nun an bis in Ewigkeit.V. Lasset uns beten.
Allmächtiger, ewiger Gott, Du bist der Spender aller guten Gaben.
Segne + diese Medaille(n)auf die Fürsprache unseres heiligen Vaters Benedikt damit alle, die sie tragen, die Gesundheit des Leibes und der Seele und die Gnade der Heiligung erlangen. Bewahre sie in deiner Barmherzigkeit vor allen Nachstellungen des bösen Feindes und lass sie einst dein Angesicht schauen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.A. Amen.
(Jetzt wird Medaille vom Priester mit Weihwasser besprengt.)
Quellen:
- Benediktusmedaille; In: Oblaten der Benediktinerabtei Ottobeuren, URL: https://oblatengemeinschaft.abtei-ottobeuren.de/benediktusmedaille/index.php (abgerufen am 22.03.2019)
- Crux Sancti Patris Benedicti – Die Benedikts-Medaille; In: Benediktinerabtei Kornelimünster, URL: https://abtei-kornelimuenster.de/spirituelles/2012-09-06-14-19-21/grundzuege/crux-sancti-patris-benedicti-%E2%80%93-die-benedikts-medaille-facetten-der-benedikt-verehrung-und-benediktinischer-fr%C3%B6mmigkeit.html (abgerufen am 22.03.2019)
