Heiliger Evangelist Johannes & Johanneswein
Inhaltsverzeichnis
Wer war der hl. Johannes?
In der Ikonographie wird Johannes häufig mit Adler, Kelch mit Schlange und Ölkessel dargestellt. Er wird als Schutzpatron u.a. der Bildhauer, Maler, Buchdrucker, Papiermacher, Buchbinder, Buchhändler oder Schriftsteller verehrt und bei Vergiftungen, Brandwunden, Fußleiden und Epilepsie angerufen. Den liturgischen Gedenktag des heiligen Apostels und Evangelisten Johannes begeht die Kirche bereits seit dem 5. Jahrhundert alljährlich am 27. Dezember. Er ist zugleich der dritte Tag der Oktav von Weihnachten. Nach traditioneller Überlieferung ist Johannes identisch mit dem Apostel Johannes sowie mit dem im Johannes-Evangelium namentlich nicht genannten Lieblingsjünger Jesu. Die moderne Bibelwissenschaft vertritt hingegen die Auffassung, dass es sich beim Evangelisten und Apostel Johannes um zwei unterschiedliche Männer handelt.
Das Alleluia „Hic est discipulus iste“ als gregorianischer Choral zum Anhören.
Proprium (Wechselnde Messgesänge) für das Fest des Hl. Johannes
Die folgenden Propriumsgesänge werden am Fest des Hl. Johannes (2. Klasse) von der Schola gesungen:
– 27. Dezember: Hl. Johannes, Apostel und Evangelist (Sancti Joannis Apostoli et Evangelistæ (Missa ‚In medio ecclesiæ‘)) –
Johanneswein: Brauchtum am Johannestag
Nach alter Tradition wird an diesem Tag in der katholischen Kirche der sogenannte Johanneswein (auch Johanniswein) gesegnet. Laut Überlieferung wurde der Apostel als Strafe für das Verweigern eines heidnischen Opfers im Artemis-Tempel von Ephesus gezwungen einen Becher mit vergiftetem Wein zu trinken. Diesen segnete er mit dem Kreuzzeichen und trank ihn unbeschadet aus. Daraufhin bekehrte sich der heidnische Oberpriester Aristodemus. In der kirchlichen Liturgie erfolgt die Segnung von Rotwein in der Heiligen Messe vom 27. Dezember. Die passenden Segensgebete sind im Benediktionale enthalten. Bis heute wird der Brauch besonders in der traditionellen römischen Liturgie vielerorts gepflegt. Die Gläubigen bringen dazu in Flaschen gefüllten Wein mit in die Kirche und stellen ihn zur Segnung in die Nähe des Altares. Dem gesegneten Wein werden besondere Kräfte nachgesagt und wird u.a. bei Schwächeanfällen und anderen Krankheiten als Medizin eingenommen. Der Brauch des gesegneten Johanneswein lässt sich mindestens bis ins 12. Jahrhundert zurückdatieren.
Quellen:
- Artikel „Johannes“; In: Ökumenisches Heiligenlexikon, URL: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Johannes.htm (abgerufen am 29.08.2024)
- Artikel „Johannes (Apostel)“; In: Kathpedia. Die freie katholische Enzyklopädie, URL: https://www.kathpedia.com/index.php/Johannes_(Apostel) (abgerufen am 29.08.2024)
- Artikel „Johanniswein“; In: Gottesdienst. Zeitschrift der Liturgischen Institute Deutschland, Österreichs und der Schweiz, URL: https://www.herder.de/gd/lexikon/johanniswein/ (abgerufen am 29.08.2024)
