Heiliger Evangelist Markus
Inhaltsverzeichnis
Wer war der hl. Markus?
Die patristische Literatur (Schriften der Kirchenväter Eusebius, Hieronymus und Epiphanius) schreibt Markus zudem die Gründung der Gemeinde von Alexandria zu, weshalb er in der koptisch-orthodoxen Kirche bis heute als deren erster Papst verehrt wird.
Der Evangelist starb laut Tradition den Märtyrertod am 25. April des Jahres 68 in Baukalis (heute Stadtteil von Alexandria in Ägypten). Sein Gedenktag wird deshalb jährlich am 25. April begangen, wobei das Datum auch zugleich der spätestmögliche Ostertermin ist. In der Ikonographie wird Markus häufig schreibend mit einem geflügelten Löwen dargestellt. Außerdem gilt er u.a. als Patron der Bauarbeiter, Maurer, Glasmaler, Laternenmacher, Korbmacher, Notare und Schreiber verehrt sowie bei Unwetter und für eine gute Ernte angerufen. Zugleich ist er Schutzpatron der Stadt Venedig, da hier seine Gebeine im nach ihn benannten Markusdom liegen sollen.
Der Introitus „Protexisti me“ als gregorianischer Choral zum Anhören.
Proprium (Wechselnde Messgesänge) für das Fest des Hl. Markus
Die folgenden Propriumsgesänge werden am Fest des Evangelisten Markus (2. Klasse) von der Schola gesungen:
– 25. April: Fest des Hl. Markus – Missa ‚Protexisti me‘ –
Brauchtum am Markustag
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Bittprozessionen: Nach alter Tradition werden am Markustag Bittprozessionen über die Felder abgehalten, um reichlich Segen für eine gute Ernte zu erbitten. Dieser Brauch hat seinen Ursprung bereits in vorchristlicher Zeit. Die Aufnahme dieser Feldprozessionen ins kirchliche Brauchtum erfolgte wohl durch Bischof Mamertus im 5. Jahrhundert. Solche Flurprozessionen werden vielerorts bis heute am Markustag sowie an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt abgehalten und sind auch in der traditionellen römischen Liturgie fest verankert. Die Bitttage werden oft nur als „litaniae“ („Litaneien“) bezeichnet, weil die Allerheiligenlitanei einen wichtigen Bestandteil der liturgischen Bittgebete an diesen Tagen bildet. Es wird dabei zwischen den zwei verschiedenen Bittgängen („litaniae“) unterschieden:
– „litania maior“ (zu deutsch „große Litaneien“ oder im Volksmund auch „Markusprozession“ genannt) am 25. April
– „litaniae minores“ („kleine Litaneien“) bzw. „rogationes“ (von lat. „rogare“ → „bitten“, „flehen“) an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt - Bauernregeln: Im Zusammenhang mit dem Markustag gibt es einige Bauernregeln, nach denen sich die Menschen besonders in früheren Zeiten orientiert haben, wie z.B. „Was St. Markus an Wetter hält, so ist’s auch mit der Ernt’ bestellt“, „So lang es vor St. Markustag warm ist, so lang es nachher kalt ist“ oder „Leg erst nach Markus Bohnen, er wird’s dir reichlich lohnen; doch Gerste, die sei längst gesät, denn nach dem Markus ist’s zu spät“.
Quellen:
- Artikel „Bitttage“; In: Kathpedia. Die freie katholische Enzyklopädie, URL: https://www.kathpedia.com/index.php/Bitttage (abgerufen am 29.08.2024)
- Artikel „Hl. Markus, Evangelist“; In: Vatican News, URL: https://www.vaticannews.va/de/tagesheiliger/04/25/hl–markus–evangelist.html (abgerufen am 29.08.2024)
- Artikel „Markus“; In: Ökumenisches Heiligenlexikon, URL: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Markus.htm (abgerufen am 29.08.2024)
- Artikel „Markus (Evangelist)“; In: Kathpedia. Die freie katholische Enzyklopädie, URL: https://www.kathpedia.com/index.php/Markus_(Evangelist) (abgerufen am 29.08.2024)
