Heilige Gottesmutter Maria
Wer war Maria von Nazareth?
Der biblischen Überlieferung nach, verlobte sich Maria im entsprechenden Alter mit Josef (vgl. Mt 1,18–25), mit dem sie zusammen im Dorf Nazareth in Galiläa lebte. Der Erzengel Gabriel verkündigte ihr hier die Geburt eines Sohnes (vgl. Lk 1,26-38), wobei Josef im Traum angewiesen wurde Maria nicht zu verlassen, weil das Kind nicht von ihm war. So wurde Maria mit Jesus schwanger (vermutlich im Alter von 15 Jahren), den sie durch den Heiligen Geist empfing und auf diese Weise Jungfrau blieb. Während ihrer Schwangerschaft stattete Maria ihrer Cousine Elisabeth (Mutter von Johannes dem Täufer) einen Besuch ab, die ebenfalls schwanger war (vgl. Lk 1,39-56). Für eine Volkszählung wanderten Josef und Maria nach Betlehem, wo das Kind in einem Stall zur Welt kam. Mit dem neugeborenen Jesus flohen beide nach Ägypten vor dem Mordkommando des König Herodes. Die Namensgebung und Beschneidung des Neugeborenen erfolgte acht Tage nach seiner Geburt (vgl. Lk 2,21). Dann verrichtete Maria das 40 Tage nach der Geburt eine Sohnes laut jüdischem Gesetz verpflichtende Reinigungsopfer und brachte Jesus als erstgeborenen Sohn im Tempel dar (wurde in Erinnerung an die Pessach-Nacht als Eigentum Gottes betrachtet), dem heute am Fest Mariä Lichtmess (Darstellung des Herrn) gedacht wird. Als Jesus zwölf Jahre alt war, verschwand er, woraufhin ihn Maria und Josef suchten. Schließlich fanden sie ihn im Tempel bei den Schriftgelehrten (vgl. Lk 2,41-52). Nach der Überlieferung war Maria im weiteren Verlauf bei den wichtigsten Stationen ihres Sohnes Jesus dabei (Hochzeit zu Kanaa (vgl. Joh 2,1–12), Kreuzigung (vgl. Joh 19,25). Nach der Auferstehung Jesu war Maria im Kreis seiner Jünger in Ierusalem beim Gebet anwesend. Anschließend sie ging mit dem Lieblingsjünger Johannes nach Ephesus. Der Überlieferung nach ist Maria direkt in den Himmel („Entschlafung Mariens“) aufgefahren: Diese wird in der Bibel selbst nicht erwähnt, jedoch deuten Schriftstellen daraufhin (z.B. Offb 12,1). Die Tradition berichtet hier von einem Engel, der Maria den Tod verkündet. Danach entschlief sie im Beisein der Apostel und ihre Seele wurde von Christus auf dem Arm weggetragen. Der Hohepriester und seine bewaffneten Männer versuchten vergebens den Leichnam zu vernichten. Dessen Hände blieben an der Bahre kleben, bis Petrus sie löste sowie ihn daraufhin heilte und bekehrte.
Ihren Gedenktag begeht die Kirche alljährlich am 1. Januar. In der Ikonographie wird Maria zumeist mit Kind, auf Mondsichel oder Weltkugel stehend, mit 7 Schwertern in der Brust, einem Sternenkranz, Weintrauben oder mit einer Schwalbe als Heiligenattributen dargestellt. Sie wird als Patronin der Kirche und der ganzen Christenheit verehrt. Ebenso ist sie die Schutzheilige u.a. der Essigbrauer, Gastwirte, Hebammen, Köche, Kürschner, Lebkuchenbäcker, Priester, Tuchmacher, Töpfer, Schiffer oder Seidenarbeiter. Darüber hinaus wird sie als Patronin von Polen verehrt und wird als Muttergottes in den unterschiedlichsten Anliegen angerufen.
Das „Ave Maria“ als Gregorianischer Choral zum Anhören
Proprium (Wechselnde Messgesänge) für die Marienmessen
Die folgenden Propriumsgesänge werden an Marienfesten und als Votivmessen zur Muttergottes von der Schola gesungen:
– An Festen der allerseligsten Jungfrau Maria – Missa ‚Salve sancta Parens‘ –
– Marienmessen am Samstag (Sancta Maria in Sabbato) –
1. – Im Advent (Rorate-Messe) – Sancta Maria in Sabbato Tempore Adventus (Missa ‚Rorate coeli‘)
2. – Vom Samstag nach der Weihnachtsoktav bis zum Samstag vor Mariä Lichtmess – Missa ‚Vultum tuum‘
3. – Vom Samstag nach Mariä Lichtmess bis zum Samstag vor Quinquagesima – Missa ‚Salve sancta Parens‘
4. – Vom Samstag nach dem Weißen Sonntag bis zum Samstag nach Christi Himmelfahrt – Sancta Maria in Sabbato Tempore Paschali (Missa ‚Salve sancta Parens‘)
5. – Vom Samstag nach dem 1. Sonntag nach Pfingsten bis zum Sonntag vor dem 1. Adventssonntag – Missa ‚Salve sancta Parens‘
Quellen:
- Artikel „Maria von Nazareth“; In: Kathpedia. Die freie katholische Enzyklopädie, URL: https://www.kathpedia.de/index.php?title=Maria_von_Nazareth (abgerufen am 27.08.2024)
- Artikel „Maria“; In: Ökumenisches Heiligenlexikon, URL: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Maria.htm (abgerufen am 27.08.2024)
