Heiliger Nikolaus von Myra (ca. 270-343)
Inhaltsverzeichnis
Wer war der hl. Nikolaus von Myra
Nikolaus lebte im 4. Jahrhundert. Er wurde wohl zwischen 270 und 286 in Patara, einer Stadt in Lykien (im Südwesten von Kleinasien (heutige Türkei)), geboren. Im Alter von 19 Jahren wurde er wohl von seinem Onkel Nikolaus, der Bischof von Myra war, zum Priester geweiht. Anschließend führte er als Abt das Kloster Sion in der Nähe von Myra. Um das Jahr 300 wurde Nikolaus zu seiner Überraschung vom Volk zum Bischof ausgerufen. Als es 310 unter Kaiser Galerius zu einer Christenverfolgung kam, wurde er gefangen genommen und gefoltert. Im Jahr 325 nahm Nikolaus der Überlieferung nach am Konzil von Nicäa teil und soll dort Bischof Arius wegen dessen häretischen Lehren geohrfeigt haben. Am 6. Dezember des Jahres 343 soll Nikolaus gestorben sein. Etwa 200 Jahre nach seinem Tod begann sich dann von Griechenland aus der Kult um den hl. Nikolaus auszubreiten und erreichte im 8. Jahrhundert Italien, von wo aus sich seine Verehrung auch in Westeuropa entwickelte. Seinen Gedenktag begeht die Kirche alljährlich am 6. Dezember. In der Ikonographie wird Nikolaus von Myra häufig als Bischof mit drei Goldkugeln, drei Broten, drei Äpfeln, drei Steinen, Pökelfass mit drei Knaben, Schiffen, einem Steuerrad oder mit einem Anker dargestellt. Er wird u.a. als Schutzpatron der Seefahrer, Fischer, Matrosen, Ministranten, Kinder, Jungfrauen, Pilger und Reisenden, Prostituierten sowie gegen Wassergefahren und Seenot angerufen.
Es ranken sich allerlei Legenden und Wunder um den heiligen Nikolaus wie z.B. die Stillung eines Seesturms, ein Kornwunder, die Heimführung eines verschleppten Kindes, die Freilassung von drei oströmischen Feldherren (Stratelatenwunder), Rettung des ertrunkenen Sohnes, die Auferweckung von drei getöteten Scholaren sowie die berühmte Mitgiftspende an einen Vater, um dessen drei Töchter vor der Prostitution zu bewahren.
Das Graduale „Inveni David“ als Gregorianischer Choral zum Anhören.
Proprium (Wechselnde Messgesänge) für den Nikolaustag
Die folgenden Propriumsgesänge werden am Gedenktag des Hl. Nikolaus (3. Klasse) von der Schola gesungen:
– Missa ‚Statuit ei‘ –
Brauchtum zum Nikolaustag
- Stiefelbrauch: Das Nikolausschenken hat seinen Ursprung bereits im 12. Jahrhundert und Martin Luther hat vergeblich versucht diesen Tradition abzuschaffen. Die Kinder stellen dazu jedes Jahr am Nikolausabend ihre Schuhe (besonders Stiefel sind beliebt) vor die Haustür, damit Nikolaus sie in der Nacht mit Süßigkeiten (u.a. Nüsse, Mandarinen, Lebkuchen und Schokolade) und kleinen Geschenken befüllen kann. Mancherorts gibt es als Brauch auch das „Schiffchensetzen“, bei dem der Heilige die Gaben selbst gebastelte Nikolausschiffe aus Papier, Pappe oder ähnlichem Material legen soll.
- Begleiter des Nikolaus: Seit etwa dem 16. Jahrhundert hat Nikolaus im Brauchtum einen Begleiter namens „Knecht Ruprecht“, der unartigen Kindern die Rute bringt.
- Nikolauslieder: Es gibt zahlreiche Lieder zum Nikolausfest. Am bekanntesten ist hier sicherlich das Lied „Lasst und froh und munter sein…“.
- Schokoladen-Nikolaus: Den traditionellen Schoko-Nikolaus als Geschenkidee für den Nikolaustag gibt es übrigens hier: Fairtrade Schokoladen-Nikolaus.
Tipp! Wer mehr zu Historie, Überlieferung und Brauchtum des Nikolaustages bzw. über den Hl. Nikolaus von Myra erfahren möchte, dem sei die folgende Seite des Bonifatiuswerks empfohlen:
Quellen:
- Artikel „Nikolaus von Myra“; In: Kathpedia – Die freie katholische Enzyklopädie, URL: https://www.kathpedia.com/index.php/Nikolaus_von_Myra (abgerufen am 15.09.2020)
- Artikel „Nikolaus von Myra“; In: Ökumenisches Heiligenlexikon, URL: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienN/Nikolaus_von_Myra.htm (abgerufen am 15.09.2020)
