Heiliger Papst Gregor der Große (590–604)
Wer war der hl. Papst Gregor der Große?
Gregor der Große wurde um das Jahr 540 in Rom als Sohn der alten römischen Patrizierfamilie (Geschlecht der Anicier) geboren, aus der auch zwei der letzten weströmischen Kaiser sowie die Felix III. und Päpste Agapet I. entstammten. Zunächst begann Gregor die Laufbahn eines Beamten (sein Vater Gordianus war ebenfalls ein hoher Beamter der Stadt Rom) und wurde vermutlich um das 573 Praefectus urbi der Stadt Rom. Kurze Zeit später trat er als Mönch in das Benediktinerkloster Sankt Andreas auf dem Monte Celio ein. In den Jahren von 579 bis 585 weihte Papst Pelagius I. Gregor zum Diakon und berief ihn als Apokrisiar (ähnlich zum heutigen Nuntius) nach Konstantinopel. Ab 586 Nach war Gregor dann Berater von Pelagius II. und wurde schließlich im Jahr 590 nach dem Tod von Pelagius II. gegen seinen Willen zum Papst gewählt (Inthronisation: 3. September). Mit seinem diplomatischen Geschick handelte er 592/953 er mit den in Italien vorrückenden Langobarden einen Frieden aus, worauf ein Schwerpunkte seines Pontifikats lag. Als Papst setzte sich Gregor stark für die Mission im gesamten Reich ein (u.a. der Donatisten und Arianer, Missionierung Englands → 597 entsandte er eine Gruppe Missionare dorthin). Am 12. März 604 starb Gregor der Große und wurde in Sankt Peter beigesetzt.
Papst Gregor I. hat der Nachwelt ein breites Schaffenswerk hinterlassen: Er gründete etliche Klöster, organisierte Armenspeisungen in Rom sammelte Geld zum Freikauf von Sklaven. Außerdem baute er die kirchlichen Verwaltungsstrukturen als Basis für den späteren Kirchenstaat auf. Schließlich war er Autor zahlreicher Werke, von denen sein bekanntestes die vierbändigen „Dialogi de vita et miraculis patrum Italicorum“ („Dialoge über das Leben und die Wundertaten von Heiligen Italiens“) waren. Darüber verfasste er eine „Regula Pastoralis“ („Seelsorgehandbuch“) und „Moralia in Iob“ („Handbuch der Moraltheologie in Form eines Kommentars zu Hiob“). Es sind auch 800 Briefe von ihm erhalten. In der kirchlichen Liturgie nahm er Kürzungen am Messkanon vor, führte das Alleluja vor dem Evangelium ein und legte er das Vaterunser an die Stelle nach den Kanon, wo es bis heute seinen festen Platz hat. Gregor gilt schlussendlich als wichtiger Wegbereiter für den nach ihm benannten Gregorianischen Choral (er ordnete u.a. die damaligen Gesänge). Es wird überliefert, dass er dazu ein erstes Antiphonar herausgegeben und die Schola für den Gebrauch im Gottesdienst eingeführt habe.
Im Jahr 1295 wurde Gregor der Große durch Papst Bonifatius VIII. heilig gesprochen. Den Gedenktag begeht die Kirche alljährlich am 12. März (Kalender für den klassisch-römischen Ritus) bzw. am 3. September (neuer liturgischer Kalender). In der Ikonographie wird Gregor häufig mit der Tiara, Buch, Taube und die Armen bedienend dargestellt. Er wird als Patron des kirchlichen Schulwesens, der Bergwerke, des Chor- und Choralgesanges, der Gelehrten, Lehrer, Schüler, Studenten, Maurer, Musiker sowie der Sänger verehrt und gegen Gicht und Pest angerufen.
Die Communio „Tu es Petrus“ als gregorianischer Choral zum Anhören.
Proprium (Wechselnde Messgesänge) für das Fest des Hl. Gregor I.
Die folgenden Propriumsgesänge werden am Fest des Hl. Gregor I. (3. Klasse) von der Schola gesungen:
– 12. März: Fest des Hl. Gregor I. – Missa ‚Si diligis‘ –
Quellen:
- Artikel „Gregor I.“; In: Kathpedia. Die freie katholische Enzyklopädie, URL: https://www.kathpedia.com/index.php/Gregor_I. (abgerufen am 20.02.2020)
- Artikel „Gregor der Große“; In: Ökumenisches Heiligenlexikon, URL: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienG/Gregor_I_der_Grosse.htm (abgerufen am 20.02.2020)
