Kreuzerhöhung
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Wie ist das Fest Kreuzerhöhung entstanden?
Seinen Ursprung hat das Fest Kreuzerhöhung in Ierusalem: Am 13. September 326 fand hier die Hl. Helena, Mutter von Kaiser Konstantin dem Großen, das Kreuz Christi. Genau neun Jahre später (13. September 335) wurde ebenfalls in Ierusalem die Konstantinische Basilika über dem Heiligen Grab Christi („Grabeskirche“) eingeweiht und einen Tag später, also am 14. September, ließ Patriarch Makarius das Kreuz Christi erstmals auf dem Felsen Gologotha zur öffentlichen Verehrung aufstellen. Hier entspringt auch der Name des Festes „Erhöhung des Kreuzes“. Im Jahr 614 wurde das heilige Kreuz durch den Perserkönig Chosroes geraubt, aber wenige Jahre später von Kaiser Heraklius dank eines Sieges über die Perser zurückgeholt und am 14. September 628 wieder feierlich auf seinem ursprünglichen Platz aufgestellt.
Introitus „Nos autem“ vom Fest Kreuzerhöhung als gregorianischer Choral zum Anhören
Proprium (Wechselnde Messgesänge) für Kreuzerhöhung
Die folgenden Propriumsgesänge werden am Fest Kreuzerhöhung (2. Klasse) von der Schola gesungen:
– In Exaltatione Sanctæ crucis (Missa ‚Nos autem‘) –
Hymnus Vexilla regis
Beim Hymnus „Vexilla regis prodeunt“ handelt es sich um einen Gesang zu Ehren des heiligen Kreuzes, der bereits im 6. Jahrhundert von Venantius Fortunatus (530–609) verfasst und das erste Mal am 19. November 569 in Poitiers als Prozessionshymnus zur feierlichen Übertragung der Kreuzreliquie gesungen wurde. Er wird traditionell im Stundengebet am Passionssonntag sowie vom Palmsonntag bis zum Karsamstag zur Vesper gesungen. Ebenfalls ist es üblich ihn am Hochfest Kreuzerhöhung zu singen. Der Hymnus wurde bis zur Reform der Karwochenliturgie 1955 durch Papst Pius XII. an Karfreitag gesungen, während das Allerheiligste zum Hochaltar gebracht wurde.
Der Hymnus „Vexilla regis“ als Gregorianischer Choral zum Anhören
Die Standarten des Königs treten vor;
es blitzt des Kreuzes Geheimnis,
eines Marterholzes,
an dem des Fleisches Gründer am Fleisch
ist aufgehängt worden!
Den Leib mit Nägeln angeheftet,
die Hände und die Füße ausgestreckt,
ward, um der Erlösung willen,
hier das Opferlamm geopfert.
Wo er überdies verwundet war
von der grausamen Spitze der Lanze,
troff er, um uns von unserer Schuld zu waschen,
von Wasser und Blut.
Erfüllt ward, was verkündet hat
David in verlässlichem Gesang,
als er den Völkern sagte:
Es herrscht vom Holze herab Gott.
Du schöner, blitzender Baum,
geschmückt mit des Königs Purpur,
erwählt von dem Spross, der würdig war,
solch heilige Glieder zu berühren.
Seliger Baum, an dessen Ästen
das Lösegeld der Welt hing,
und der, zur Waage des Körpers gemacht,
die Beute des Tartarus wegtrug.
Du verströmst Wohlgeruch aus deiner Rinde,
übertriffst Nektar an Süße,
lieblich durch deine fruchtbringende Frucht
spendest du Beifall edlem Triumph.
Sei gegrüßt, Altar, sei gegrüßt, Opferlamm
aus des Leidens Ruhm,
in dem das Leben den Tod ertrug
und durch den Tod das Leben wiedergab.
Vexilla regis prodeunt,
fulget crucis mysterium,
quo carne carnis conditor
suspensus est patibulo.
Confixa clavis viscera
tendens manus,
vestigia
redemptionis gratia
hic immolata est hostia.
Quo vulneratus insuper
mucrone diro lanceae,
ut nos lavaret crimine,
manavit unda et sanguine.
Impleta sunt, quæ concinit
David fideli carmine
dicendo nationibus:
Regnavit a ligno Deus.
Arbor decora et fulgida,
ornata regis purpura,
electa digno stipite
tam sancta membra tangere.
Beata, cuius brachiis
pretium pependit sæculi,
statera facta est corporis
praedam tulitque tartari.
Fundis aroma cortice,
vincis sapore nectare,
iucunda fructu fertili
plaudis triumpho nobili.
Salve, ara, salve, victima,
de passionis gloria,
qua vita mortem pertulit
et morte vitam reddidit.
