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Kyrie eleison - Liturgie - Gregorianische Gesänge

Litanei

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist eine Litanei?
  • Wie sind die Litaneien entstanden?
  • Litaneien in der Liturgie
Die Litanei bezeichnet in der christlichen Liturgie ein Wechselgebet bzw. Wechselgesang, bei dem die Anrufungen des Vorbeters mit einer gleich bleibenden Bittformel („Bitte für uns“) beantwortet werden. Dabei gehört die Litanei zu den beliebten Gebetsformen in der katholischen und orthodoxen Kirche, die sich bereits im frühen Christentum entwickelt hat.

Was ist eine Litanei?

Die Litanei (auch „Flehgebet“ genannt) bezeichnet in der christlichen Liturgie ein Wechselgebet bzw. Wechselgesang, bei dem die Anrufungen des Vorbeters mit einer gleich bleibenden Bittformel („Bitte für uns“) beantwortet werden.


Wie sind die Litaneien entstanden?

Der Wechselgesang zwischen Vorbeter und Volk hat seinen Ursprung im Judentum und in den antiken Kulten, von wo aus sie auf die kirchliche Liturgie des Ostens Einfluss nahmen. Die Gebetsform der Litanei, wie wir sie heute kennen, hat ihr Vorbild in den ostkirchlichen Ektenien sowie im Kyrie eleison. Die römische Liturgie verband dann die ursprüngliche Anrufung Jesu Christi mit Anrufungen der Heiligen verbunden, woraus dann als erste Lintanei die Allerheiligenlitanei hervorging. Die marianischen Litaneien wie die Lauretanische Litanei orientieren am ostkirchlichen Hymnos Akathistos, dem ältesten Marienhymnus der Kirche.
Im 6. Jahrhundert wurde die Bezeichnung „Litanei“ in der Westkirche aufgrund ihrer Verwendung bei Bittprozessionen ebenfalls auf die Bitttage und Bittgänge übertragen. In der Zeit des Hoch- und Spätmittelalters bildeten sich eine Vielzahl weiterer Litaneien heraus (z.B. die Lauretanische Litanei). Papst Klemens VIII. (1536-1605) schränkte im Jahr 1601 die große Anzahl von Litaneien in der Liturgie dann allerdings stark und reduzierte sie auf approbierte päpstliche Litaneien.


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Exemplarisch die Allerheiligenlitanei als zum Anhören.


Litaneien in der Liturgie

Die kirchliche Liturgie kennt heute vor allem zwei Litaneien: die Allerheiligenlitanei sowie die Lauretanische Litanei. Während die Allerheiligen-Litanei in der Regel zu besonderen Anlässen wie in der Diakon-, Priester-, Bischofs- und Abtsweihe, in der Osternacht oder an Allerheiligen gebetet wird, ist es üblich die Lauretanische Litaneien während des gesamten Monats Oktober neben dem Rosenkranz in jeder Pfarrkirche zu beten. Ebenfalls werden im kirchlichen Stundengebet in den Laudes und der Vesper die täglichen Fürbitten in der Litaneiform gebetet.
In der Liturgie wird der erste Teil der Litanei immer von einem Vorbeter oder Vorsänger (Schola) vorgebetet bzw. vorgesungen, worauf die Gläubigen mit gleichbleibenden Akklamationen antworten. Die meisten Litaneien werden durch Kyrie-Rufe eingeleitet und schließen mit dem dreifachen Agnus Dei ab.

In der katholischen Liturgie wurde früher traditionell zwischen drei verschiedenen Arten von Litaneien unterschieden:

  1. Große Litaneien (Litaniae maiores): Bei dieser Form handelte es sich um Flurprozession mit feierlichen Bittgesängen, die am 25. April alljährlich in Rom abgehalten wurde und sich von hier aus in ganz Europa ausbreitete.
  2. Kleine Litaneien (Litaniae minores): Die Bittprozessionen an den drei vorausgehenden Tagen zum Hochfest Christi Himmelfahrt.
  3. Gekürzte Litaneien (Litania terna, quina bzw. septena): Kürzere Allerheiligenlitaneien, deren Anrufung mit den dazugehörigen Antworten dreimal, fünfmal oder siebenmal gesungen wurden. Sie wurden früher am Karsamstag und der Vigil von Pfingsten in Verbindung mit der Taufwasserweihe gehalten.

Quellen:

  • Braun, Joseph: Liturgisches Handlexikon; München ²1924, S. 195ff.

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