Marianische Antiphonen fürs Kirchenjahr
Inhaltsverzeichnis
- Marianische Antiphonen mit Zuordnung im Kirchenjahr
-
Sonstige Marianische Antiphonen ohne liturgische Zuordnung
- Ave maris stella (Sei gegrüßt, Stern des Meeres)
- Concordi laetitia (Harmonische Freude)
- Inviolata (Unversehrte)
- Omni die dic Mariæ (Alle Tage sage ich Dir Maria)
- O sanctissima (Oh Allerheiligste)
- Salve, Mater misericordiae (Sei gegrüßt, Mutter der Barmherzigkeit)
- Salve Sancta Parens (Sei gegrüßt, du heilige Gebärerin)
- Sub tuum præsidium (Unter deinen Schutz und Schirm)
Marianische Antiphonen mit Zuordnung im Kirchenjahr
Die folgenden vier Marianischen Antiphonen sind traditionell den wichtigsten geprägten Zeiten des Kirchenjahres zugeordnet und besitzen ihren festen liturgischen Platz am Ende der Komplet, einer der Horne der Tagzeitenliturgie (Stundengebet).
Advent & Weihnachtszeit: Alma Redemptoris Mater (Erhabene Mutter des Erlösers)
Die marianische Antiphon „Alma Redemptoris Mater“, deren Name sich von ihren ersten lateinischen Worten ableitet, ist bereits im 11. Jahrhundert entstanden. Als ihr Verfasser gilt ebenfalls wie beim Salve Regina der Benediktiner Hermann von Reichenau (1013-1054). Im Stundengebet hat diese Antiphon ihren festen Platz in der Advents- und Weihnachtszeit, wo sie als Anschluss der letzten Hore (Vesper bzw. Komplet) gebetet wird.
Das „Alma Redemptóris Mater“ als mehrstimmiger Gesang von Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525-1594) zum Anhören
Erhabene Mutter des Erlösers,
du allzeit offene
Pforte des Himmels
und Stern des Meeres,
komm, hilf deinem Volke,
dass sich müht, vom Falle aufzustehen.
Du hast geboren,
der Natur zum Staunen,
deinen heiligen Schöpfer.
Unversehrte Jungfrau,
die du aus Gabriels Munde
nahmst das selige Ave,
o erbarme dich der Sünder.
Alma Redemptóris Mater,
quæ pérvia cæli
porta manes,
et stella maris,
succúrre cadénti,
súrgere qui curat, pópulo:
tu quæ génuisti,
natúra miránte,
tuum sanctum Genitórem
Virgo prius ac postérius,
Gabriélis ab ore
sumens illud Ave,
peccatórum miserére.
Fastenzeit: Ave Regina Cælorum (Ave, du Himmelskönigin)
Beim „Ave Regina Cælorum“ handelt es sich ebenfalls um eine Marianische Antiphon, deren Verfasser unbekannt ist. Sie wurde nach ihren lateinischen Anfangsworten benannt und hat ihren Ursprung im 12. Jahrhundert. Im kirchlichen Stundengebet hat die Antiphon ihren festen Platz am Ende der letzten Hore (Vesper bzw. Komplet) in der Fastenzeit.
„Ave Regina Cælorum“ als Gregorianischer Choral zum Anhören
Ave, du Himmelskönigin,
ave, der Engel Herrscherin,
Wurzel, der das Heil entsprossen,
Tür, die uns das Licht erschlossen:
Freu dich, Jungfrau voll der Ehre,
über allen Seligen Hehre, sei gegrüßt,
des Himmels Krone,
bitt für uns bei deinem Sohne.
Ave, Regína caelórum,
Ave, Dómina angelórum:
Salve radix, salve, porta,
Ex qua mundo lux est orta:
Gaude, Virgo gloriósa.
Super omnes speciósa:
Vale o valde decóra,
Et pro nobis Christum exóra.
Osterzeit: Regina cæli (Freu Dich, Du Himmelkönigin)
Beim „Regina cæli“ handelt es sich um eine marianische Antiphon, die bereits seit dem 12. Jahrhundert überliefert ist. Der Verfasser ist nicht bekannt. Sie ist ebenfalls wie die anderen Antiphonen nach ihren lateinischen Anfangsworten benannt. Im kirchlichen Stundengebet wird die Antiphon als Abschluss der letzten Hore (Vesper bzw. Komplet) in der Osterzeit gebetet oder gesungen.
Das „Regina cæli“ als Gregorianischer Choral zum Anhören
Freu Dich, Du Himmelkönigin, Halleluja,
denn er, den Du zu tragen würdig warst, Halleluja,
Er ist auferstanden, wie Er gesagt, Halleluja,
bitt´ Gott für uns, Maria, Halleluja.
V. Freu Dich und frohlocke, Jungfrau Maria, Halleluja,
A. Denn der Herr ist wahrhaft auferstanden, Halleluja.
Oration:
V. Lasset uns beten.
Gott, Du hast durch die Auferstehung Deines Sohnes, unseres Herr Jesus Christus, die Welt erfreuen wollen. Wir bitten Dich, lass uns durch Seine Mutter, die Jungfrau Maria, die Freuden des ewigen Lebens erlangen, durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Regina, cæli, lætare, alleluia:
Quia quem meruisti portare, alleluia,
Resurrexit sicut dixit, alleluia.
Ora pro nobis Deum, alleluia.
V. Gaude et lætare, Virgo Maria, alleluia,
R. Quia surrexit Dominus vere, alleluia.
Oratio:
V. Oremus.
Deus, qui per resurrectionem Filii tui, Domini nostri Iesu Christi, mundum laetificare dignatus es: praesta, quaesumus; ut, per eius Genetricem Virginem Mariam, perpetuæ capiamus gaudia vitae. Per eundem Christum Dominum nostrum. Amen.
(V = Vorbeter; A = Gemeinde)
Jahreskreis: Salve Regina (Sei gegrüßt, o Königin)
Die bekannteste marianische Antiphon ist sicherlich das Salve Regina, die nach ihren ersten beiden Worten des lateinischen Textes benannt ist und ihren Ursprung vor 1054 hat. Als Verfasser wird der Benediktiner Hermann von Reichenau (1013-1054), auch als Hermannus Contractus oder Hermann der Lahme bekannt, angenommen. Im Stundengebet der katholischen Kirche hat das Salve Regina im Jahreskreis seinen festen Platz am Ende der letzten Hore (Vesper bzw. Komplet).
Das „Salve Regina“ als Gregorianischer Choral zum Anhören
Sei gegrüßt, o Königin,
Mutter der Barmherzigkeit,
unser Leben, uns’re Wonne
und uns’re Hoffnung, sei gegrüßt.
Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas,
zu dir seufzen wir
trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen.
Wohlan denn, uns’re Fürsprecherin,
wende deine barmherzigen Augen uns zu,
und nach diesem Elend zeige uns Jesus,
die gebenedeite Frucht deines Leibes.
O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.
Salve, Regina,
mater misericordiae,
vita, dulcedo,
et spes nostra, salve.
Ad te clamamus exsules filii Evae.
Ad te suspiramus,
gementes et flentes in hac lacrimarum valle.
Eia, ergo, advocata nostra,
illos tuos misericordes oculos ad nos converte.
Et Jesum, benedictum fructum ventris tui,
nobis post hoc exsilium ostende.
O clemens, O pia, O dulcis Virgo Maria. Amen.
Sonstige Marianische Antiphonen ohne liturgische Zuordnung
Darüber hinaus gibt es weitere Marianische Antiphonen, die zwar liturgisch keinem konkreten Anlass zugeordnet sind, jedoch zum reichen Schatz der überlieferten Gebete bzw. Gesänge der Kirche gehören.
Ave maris stella (Sei gegrüßt, Stern des Meeres)
Beim dem Gesang „Ave maris stella“ (zu deutsch: „Meerstern, sei gegrüßt“) handelt es sich um einen lateinischen Hymnus, der vermutlich im 8. Jahrhundert entstanden ist und dessen Herkunft ungeklärt ist (einige vermuten Venantius Fortunatus (530-609) als Verfasser). Er wurde nach seinen lateinischen Anfangsworten benannt. Der Hymnus wurde ins Stundengebet der Kirche aufgenommen, wo er in der Vesper zu Marienfesten gesungen bzw. gebetet wird.
Der Hymnus „Ave maris stella“ als Gregorianischer Choral zum Anhören
Sei gegrüßt, Stern des Meeres,
erhabene Mutter Gottes
und stets Jungfrau,
glückliches Himmelstor.
Die du das „Ave“ nahmst
aus Gabriels Mund,
verankere uns im Frieden,
die du Evas Namen ändertest.
Löse die Fesseln der Sünder,
bring den Blinden das Licht,
vertreibe unsere Sünden,
erbitte für uns alles Gute.
Zeige dich als Mutter;
es nehme durch dich unser Gebet an,
der für uns dein Sohn
zu sein auf sich nahm.
Einzigartige Jungfrau,
Sanftmütigste von allen,
mach uns, von Schuld befreit,
sanft und keusch.
Gewähre ein reines Leben,
bereite einen sicheren Weg,
damit wir, Jesus sehend,
immer frohlocken werden.
Lob sei Gott dem Vater,
Ruhm sei dem Höchsten, Christus,
dem Heiligen Geist
sei Ehre, den Dreien eine Preisung.
Amen.
Ave, maris stella,
Dei mater alma
atque semper virgo,
felix cæli porta.
Sumens illud „Ave“
Gabrielis ore,
funda nos in pace,
mutans Evae nomen.
Solve vincla reis,
profer lumen caecis,
mala nostra pelle,
bona cuncta posce.
Monstra te esse matrem,
sumat per te precem
qui pro nobis natus
tulit esse tuus.
Virgo singularis,
inter omnes mitis,
nos culpis solutos
mites fac et castos.
Vitam praesta puram,
iter para tutum,
ut videntes Jesum
semper collaetemur.
Sit laus Deo Patri,
summo Christo decus,
Spiritui Sancto
honor, tribus unus.
Amen.
Concordi laetitia (Harmonische Freude)
Bei dem Gesang „Concordi laetitia“ (zu deutsch: „Harmonische Freude“) handelt es sich um einen mittelalterlichen Hymnus zur Gottesmutter.
Der Hymnus „Concordi laetitia“ als Gregorianischer Choral zum Anhören
Mit harmonischer Freude, inspiriert
von All unserer Trauer,
ließ Maria die Kirche zurückrufen
und lobte sie für alle:
O Jungfrau Maria!
Wer mit freudigen Seufzern,
Als der Herr vom Tod auferstanden ist,
Blühte wie die Lilie,
Als das Leben ihres Sohnes zurückkehrte:
O Jungfrau Maria!
Wen die gleiche Harmonie verbindet,
loben die Engelschöre.
Mit den himmlischen Bewohnern
Wagen wir eine neue Melodie:
O Jungfrau Maria!
Jungfrau, Königin der Jungfrauen,
blicke auf die Gelübde der Bedürftigen.
Nach der Flucht des Todes
Bringe stattdessen eine Belohnung des Lebens mit:
O Jungfrau Maria!
O du herrliche Dreifaltigkeit,
Ungeteilte Einheit,
Wegen Marias Verdienste,
Rette auch uns durch die Zeiten:
O Jungfrau Maria!
Concordi laetitia,
Propulsa maestitia,
Mariæ praeconia
Recolat Ecclesia:
Virgo Maria
Quae felíci gáudio
Resurgénte Dómino
Flóruit ut lílium
Vivum cernens Fílium:
Virgo María.
Quam concentu parili
Chori laudant cælici,
Et nos cum caelestibus,
Novum melos pangimus:
Virgo Maria.
O Regina virginum,
Votis fave supplicum,
Et post mortis stadium,
Vitae confer praemium:
Virgo Maria.
Gloriosa Trinitas,
Indivisa Unitas,
Ob Mariæ merita,
Nos salve per saecula:
Virgo maria.
Inviolata (Unversehrte)
Bei dem Gesang „Inviolata“ handelt es sich um eine Sequenz zur Ehre des Gottesmutter aus dem 11. Jahrhundert.
Die Sequenz „Inviolata“ als Gregorianischer Choral zum Anhören
Unversehrte, ganz und keusch bist du, Maria;
Du bist das leuchtende Tor des Himmels.
Oh, gute Mutter, Liebste zu Christus,
nimm an unsere treuen Loblieder.
Zu Dir rufen unsere Herzen und Lippen:
können unsere Seelen und Körper rein sein.
Durch unserer Gebete süße Klänge
gewähre uns Vergebung für immer.
O Gütige! O Königin! O Maria!
Du bleibst allein unbefleckt.
Inviolata, integra et casta es Maria:
Quae es effecta fulgida cæli porta.
O Mater alma Christi carissima:
Suscipe pia laudum praeconia.
Te nunc flagitant devota corda et ora:
Nostra ut pura pectora sint et corpora.
Tua per precata dulcisona:
Nobis concedas veniam per saecula.
O benigna! O Regina! O Maria!
Quae sola inviolata permansisti.
Omni die dic Mariæ (Alle Tage sage ich Dir Maria)
Bei dem Gebet „Omni die dic Mariæ“ (zu deutsch: „Alle Tage sage ich Dir Maria“) handelt es sich um einen Hymnus zur Ehre des Gottesmutter aus dem 13. Jahrhundert. Als sein Verfasser gilt der Benediktiner Bernhard von Morlas, auch Bernhard von Cluny genannt. Das beliebte deutsche Marienlied „Alle Tage sing und sage“ von Heinrich Bone (1813-1893) ist eine bekannte Übertragung des Hymnus.
Der Hymnus „Omni die dic Mariæ“ als Gregorianischer Choral zum Anhören
Alle Tage sing und sage
Lob der Himmelskönigin!
Ihre Gnaden, ihre Taten
Ehr, o Seel’ mit Demutsinn!
Auserlesen ist ihr Wesen,
Mutter sie und Jungfrau war;
Sprich sie selig, überselig:
Groß ist sie und wunderbar.
Ihr vertraue, auf sie baue,
Dass sie dich von Schuld befrei’
Und im Streite dir zu Seite
Wider alle Feinde sei!
Gotterkoren, hat geboren
Sie den Heiland aller Welt,
Der gegeben Licht und Leben
Und den Himmel offen hält.
Sie alleine ist die reine
Jungfrau und Gebärerin;
Ihrem Kinde wich die Sünde,
Lob sei dieser Königin!
Ihre Ehren zu vermehren,
Sei, o Seele, stets bereit!
Benedeie sie und freue
Dich ob ihrer Herrlichkeit.
Ohne Ende zu ihr wende
Dich mit Lieb’ und Lobgesang,
Ihr’ gedenke, zu ihr lenke
Allen Sinn dein Leben lang.
Keine Weise kann zum Preise
Ihrer Hoheit würdig sein;
Keine Zierde gleicht der Würde,
Die empfangen sie allein.
Loben wollen wir und sollen
Gottes Mutter allzumal;
Preisen immer – aber nimmer
Zählt zu ihrer Gnaden Zahl.
Glaub’ doch keiner, daß je einer
Ihre Taten würdig lob’,
Da die Gottheit ihre Hoheit
Über alle Welt erhob.
Dennoch will ich, weil es billig
Ist und frommen Sinn erfreu,
Daß mein Leben und mein Streben
Ihrem Lobe sei geweiht.
Dennoch klingen, hoch sich schwingen
Soll ihr Lob zu jeder Stund’!
Wer da schweiget, Ehr’ nicht zeiget,
Ist ein Tor in Herz und Mund.
Denn ihr Leben und ihr Streben,
Ihr wahrhafter Himmelssinn,
Ihre Klarheit, ihre Wahrheit
Gen ob allen Zweifel hin.
Ihre Sitten, schönste Blüten,
Sind der ganzen Kirche Zier;
Wort und Werke, Tugendstärke,
Zeigen höchste Gnade dir.
Fest verriegelt und versiegelt
War des Himmels Tür und Tor;
Ihre stille Glaubensfülle
Hob den Riegel bald empor.
Evas Kinder, all uns Sünder,
Hielt ein schwerer Fluch gebannt;
Durch Marien ist verliehen
Uns der Weg ins Vaterland.
Hoch lobpreise, Lieb’ erweise
Jeder ihr nach Kräften sein;
Sie verehren, Hilf? Begehren
Laßt uns alle insgemein.
Und ich flehe, da ich sehe
Wie bei Gott sie möchtig ist,
Daß die Hehre von uns wehre
Böses Leid zu jeder Frist.
Ach, sie gebe, daß ich lebe,
Wie es will ihr lieber Sohn,
Daß ich doben ihn kann loben,
Ewig schaun im Himmelsthron!
Omni die dic Mariæ,
Mea, laudes, anima,
Eius festa, eius gesta
Cole splendidissima.
Contemplare et mirare
Eius celsitudinem,
Dic felicem genetricem,
Dic beatam virginem.
Ipsam cole, ut de mole
Criminum te liberet,
Hanc appella, ne procella
Vitiorum superet.
Hæc persona nobis bona
Contulit caelestia,
Hæc regina nos divina
Illustravit gratia.
Lingua mea, dic tropaea
Virginis puerperae,
Quae inflictum maledictum
Miro transfert genere.
Sine fine dic reginae
Mundi laudum cantica,
Eius bona semper sona,
Semper illam praedica.
Omnes mei sensus, ei
Personate gloriam,
Frequentate tam beatæ
Virginis memoriam.
Nullus certe tam disertae
Exstat eloquentiae,
Qui condignos promat hymnos
Eius excellentiae.
Omnes laudent, unde gaudent,
Matrem Dei virginem,
Nullus fingat, quod attingat
Eius celsitudinem.
Nemo dicet, quantum licet
Laudans, eius merita,
Cuius cuncta sunt creata
Ditioni subdita.
Sed necesse, quod prodesse
Constat piis mentibus,
Ut intendam et impendam
Me ipsius laudibus.
Quamvis sciam, quod Mariam
Nemo digne praedicet,
Tamen vanus et insanus
Est, qui eam reticet.
Cuius vita erudita
Disciplina cælica
Argumenta et figmenta
Destruxit haeretica.
Cuius mores tamquam flores
Exornant ecclesiam,
Actiones et sermones
Miram praestant gratiam.
Evae crimen nobis limen
Paradisi clauserat,
Hæc, dum credit et obœdit,
Cæli claustra reserat.
Propter Evam homo saeevam
Accepit sententiam,
Per Mariam habet viam,
Quae ducit ad patriam.
Hæc amanda et laudanda
Cunctis specialiter,
Venerari et precari
Decet illam iugiter.
Ipsam posco, quam cognosco
Posse prorsus omnia,
Ut evellat et repellat,
Quaecumque sunt noxia.
Ipsa donet, ut, quod monet
Eius natus, faciam,
Ut finita carnis vita
Laetus hunc aspiciam.
O sanctissima (Oh Allerheiligste)
Bei dem Gesang „O sanctissima“ (zu deutsch: „Oh Allerheiligste“) handelt es sich um einen lateinischen Hymnus zur Ehre der Jungfrau und Gottesmutter Maria. Seinen Ursprung hat der Hymnus vermutlich im 18. Jahrhundert und wird erstmals im Jahr 1785 in London erwähnt, vermutlich liegt der Ursprung des Liedes in Sizilien. Der evangelische Schriftsteller Johannes Daniel Falk (1768-1826) verwendete die Melodie als Grundlage für das beliebte deutsche Weihnachtslied „O du fröhliche“, das er im Jahr 1815 verfasste.
„O sanctissima“ als Gregorianischer Choral zum Anhören
O heiligste, o frömmste,
süße Jungfrau Maria!
Geliebte, unbefleckte Mutter,
bitte, bitte für uns.
O du schönste, o Maria
und kein Makel ist an dir.
Geliebte Mutter, unbefleckt geblieben,
bitte, bitte für uns.
Wie die Lilie, unter Dornen ist,
so, o Maria, bist du unter den Töchtern.
Geliebte Mutter, unbefleckt geblieben,
bitte, bitte für uns.
In den Leiden, in der Not,
bitte, o Jungfrau, für uns.
Bitte für uns in der Todesstunde,
bitte, bitte für uns.
Du bist Trost und Zuflucht,
Jungfrau Mutter Maria.
Was wir wünschen, erhoffen wir durch dich;
bitte, bitte für uns.
Sieh, wir sind schwach, überaus beweinenswert;
rette uns, o Maria!
Nimm hinweg die Trägheit, heile die Schmerzen;
bitte, bitte für uns.
Jungfrau, sorge für uns, Mutter, schau auf uns;
erhöre uns, o Maria!
Du bringst göttliche Medizin;
bitte, bitte für uns.
O sanctissima, o piissima,
dulcis Virgo Maria!
Mater amata, intemerata,
ora, ora pro nobis.
Tota pulchra es, o Maria
et macula non est in te.
Mater amata intemerata
ora, ora pro nobis.
Sicut lilium inter spinas
Sic Maria inter filias.
Mater amata intemerata
ora, ora pro nobis.
In miseria, in angustia
Ora Virgo pro nobis
Pro nobis ora in mortis hora
ora, ora pro nobis.
Tu solatium et refugium,
Virgo Mater Maria.
Quidquid optamus, per te speramus;
ora, ora pro nobis.
Ecce debiles, perquam flebiles;
salva nos, o Maria!
Tolle languores, sana dolores;
ora, ora pro nobis.
Virgo, respice, Mater, aspice;
audi nos, o Maria!
Tu medicinam portas divinam;
ora, ora pro nobis.
Salve, Mater misericordiae (Sei gegrüßt, Mutter der Barmherzigkeit)
Beim Hymnus „Salve, Mater misericordiae“ (zu deutsch: „Sei gegrüßt, Mutter der Barmherzigkeit“) handelt es sich um einen alten Marienhymnus, der aus der Tradition der Karmeliten stammt. Er entstand vermutlich im 13./14. Jahrhundert, wobei sein Verfasser nicht bekannt ist.
Der Hymnus „Salve, Mater misericordiae“ als Gregorianischer Choral zum Anhören
* Sei gegrüßt, Mutter der Barmherzigkeit,
Mutter der Hoffnung und Mutter der Nachsicht,
Mutter Gottes und Mutter der Gnade,
Mutter, voll heiliger Freude.
O Maria!
Sei gegrüßt, Herrlichkeit der Menschheit.
Sei gegrüßt, Jungfrau würdiger als die anderen,
Sie, die alle Jungfrauen übertrifft
und den höchsten Platz im Himmel hat.
O Maria!
* Sei gegrüßt, Mutter der Barmherzigkeit…
Sei gegrüßt, glückliche Jungfrau,
die noch ein Kind geboren hat:
Denn der zur Rechten des Vaters sitzt,
Der Herrscher des Himmels, der Erde und des Himmels,
hat sich in deinem Leib eingeschlossen.
Oh, Maria!
* Sei gegrüßt, Mutter der Barmherzigkeit…
Du wurdest vom ungeborenen Vater erschaffen,
Du wurdest vom einzig Gezeugten überschattet,
der Heilige Geist hat dir die Frucht gegeben,
du wurdest göttlich gemacht
Oh, Maria!
* Sei gegrüßt, Mutter der Barmherzigkeit…
Dich hat Gott bewundernswert erschaffen,
Dich sah er an, seine bescheidene Magd,
Dich wollte er als seine geliebte Braut erwählen,
Niemals hat er eine Kreatur wie Dich gemacht.
Oh, Maria!
* Sei gegrüßt, Mutter der Barmherzigkeit…
Dich Gesegnete sollen loben alle Gerechten,
was aber nicht ausreichend ist;
Mit allen Liedern, die sie Dir geben
scheitern sie vollständig.
Oh, Maria!
* Sei gegrüßt, Mutter der Barmherzigkeit…
Mutter, sei unser Trost;
Jungfrau, sei unsere Freude!
und endlich nach diesem Exil,
vereinige uns mit dem lobenden himmlischen Chor.
Oh, Maria!
* Sei gegrüßt, Mutter der Barmherzigkeit…
* Salve máter misericórdiae,
Máter Déi, et máter véniae,
Máter spéi, et máter grátiae,
máter pléna sanctæ laetítiae.
O María!
Sálve, décus humáni géneris,
Sálve Vírgo dígnior céteris,
Quae vírgines ómnes transgréderis,
et áltius sédes in súperis,
O María!
* Salve máter misericórdiae…
Sálve félix Vírgo
puérpera:
Nam qui sédet in Pátris déxtera,
Caélum régens, térram et aéthera,
Intrá túa se cláusit víscera,
O María!
* Salve máter misericórdiae…
Te creávit Páter ingénitus,
Adamávit te Unigénitus,
Fecundávit te sánctus Spíritus,
Tu és fácta tóta divínitus,
O María!
* Salve máter misericórdiae…
Te creávit Déus mirábilem,
Te respéxit ancíllam húmilem,
Te quaesívit spónsam amábilem,
Tíbi múmquam fécit consímilem,
O María!
* Salve máter misericórdiae…
Te beátam laudáre cúpiunt
Omnes jústi, sed non suffíciunt;
Múltas láudes de te concípiunt,
Sed in íllis prórsus defíciunt,
O Mária!
* Salve máter misericórdiae…
Esto, Máter, nóstrum solátium;
Nóstrum ésto, tu Vírgo, gáudium;
Et nos tándem post hoc exsílium,
Laétos júnge chóris caeléstium,
O Mária!
* Salve máter misericórdiae…
Salve Sancta Parens (Sei gegrüßt, du heilige Gebärerin)
Bei dem Gesang „Salve Sancta Parens“ (zu deutsch: „Sei gegrüßt, du heilige Gebärerin“) handelt es sich um einen mittelalterlichen Hymnus zur Gottesmutter.
Der Hymnus „Salve Sancta Parens“ als Gregorianischer Choral zum Anhören
Sei gegrüßt, du heilige Gebärerin,
du hast den König geboren,
der Himmel und Erde regiert
in alle Ewigkeit.
Du bist unsere Freude,
du bist jungfräulich und demütig geblieben,
es hat noch nie etwas Vergleichbares gegeben,
weder vor noch nach dir.
Sei gegrüßt, du heilige Gebärerin,
du hast den König geboren,
der Himmel und Erde regiert
in alle Ewigkeit.
Ehre sei dem Vater und
dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie es war im Anfang, so
auch jetzt und alle Zeit
und in Ewigkeit. Amen.
Sei gegrüßt, du heilige Gebärerin,
du hast den König geboren,
der Himmel und Erde regiert
in alle Ewigkeit.
Salve, sancta Parens,
enixa et puerpera Regem:
qui cælum, terramque regit
in saecula sæculorum.
Et gaudium matris habens
cum virginitatis pudoris,
nec primam similem visa est,
nec habere sequentem.
Salve, sancta Parens,
enixa et puerpera Regem:
qui cælum, terramque regit
in saecula sæculorum.
Gloria Patri, et Filio,
et Spiritui Sancto, Sicut erat in principio,
et nunc, et semper,
et in saecula sæculorum. Amen.
Salve, sancta Parens,
enixa et puerpera Regem:
qui cælum, terramque regit
in saecula sæculorum.
Sub tuum præsidium (Unter deinen Schutz und Schirm)
Zu den ältesten überlieferten Mariengebete zählt das „Sub tuum præsidium“, welches auf einem ägyptischen Papyrus (John Rylands Library Nr. 470.) aus dem 3. Jhd. n.Chr. gefunden wurde. In ihr wird bereits der griechische Begriff der Gottesgebärerin „Θεοτόκος“ (theotókos) aufgenommen, der seit Origenes (184-253) nachgewiesen ist. Beim zweiten Teil des heutigen Gebets handelt es sich um spätere Ergänzungen.
„Sub tuum præsidium“ als Gregorianischer Choral zum Anhören
Unter deinen Schutz und Schirm
fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin;
Verschmähe nicht unser Gebet
in unseren Nöten,
sondern erlöse uns
jederzeit von allen Gefahren,
o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau.
Unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Versöhne uns mit deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stelle uns vor deinen Sohne.
Amen.
Sub tuum præsidium confugimus,
Sancta Dei Genetrix.
Nostras deprecationes ne despicias
in necessitatibus nostris,
sed a periculis cunctis
libera nos semper,
Virgo gloriosa et benedicta.
Domina nostra, mediatrix nostra, advocata nostra,
tuo filio nos reconcilia,
tuo filio nos commenda,
tuo filio nos repræsenta.
Amen.
Quellen:
- Bachmaier, Martin: Agni Parthene auf Deutsch – O reinste Jungfrau, Herrscherin. Griechischer Text, Umschrift, Übersetzung, Übertragung, Kommentierungen, Noten und Akkorde, URL: https://www.deutschland.world/home/carmina-mea/agni-parthene-auf-deutsch-o-reinste-jungfrau-herrscherin/ (abgerufen am 02.05.2019)
- Omni die dic Mariæ; In: Das Hymnarium – der Hymnenschatz der lateinischen Kirche, URL: http://hymnarium.de/hymni-ex-thesauro/hymnen/162-omni-die-dic-mariae (abgerufen am 26.05.2019)
- Seewald, Peter: Kult; München 2007, S. 221.
