Novene
Was ist eine Novene?
Bei der Novene handelt es sich um eine Andacht, die an neun aufeinanderfolgenden Tagen verrichtet wird. Es gehört zum festen Brauchtum der katholischen Kirche und wird mit dem Ziel bestimmte Gnaden von Gott zu erflehen oder als Fürbitte für ein spezielles Anliegen. Der Inhalt des Gebets kann dabei an den einzelnen Tagen entweder gleich sein oder aber variieren. Die meisten Novenen bestehen jedoch aus einem gleichbleibenden sowie einem täglich wechselnden Teil. Der Begriff „Novene“ leitet sich vom lateinischen Wort „noveni“ ab, was sich mit „jeweils neun“ übersetzen lässt.
Traditionell werden Novenen zur Vorbereitung auf Hochfeste (z.B. Ostern, Pfingsten oder Weihnachten) oder wichtige Ereignisse (z.B. Diakon-, Priester-, -Bischofsweihe, Ordensprofess, Trauung) gebetet. Ebenfalls ist es üblich beim Tod von Klerikern oder Ordensangehörigen eine Trauernovene zu verrichten. Neben diesen klassischen Anlässen, gibt es eine Vielzahl weiterer Novenen zur Jungfrau Maria, dem hl. Josef und anderen Heiligen. Besonders beliebt ist auch die Novene zur göttlichen Barmherzigkeit (wird von Karfreitag bis zum Weißen Sonntag gebetet), die auf die hl. Schwester Maria Faustyna Kowalska zurückgeht.
Wie sind Novenen aufgebaut?
Inhaltlich setzt sich eine Novene in der Regel aus einer Litanei, einem Gesätz des Rosenkranzes, einem Vaterunser, Ave Maria oder sonst einem geeigneten Gebet sowie das Gebet um das jeweilige Anliegen zusammen.
Wie ist die Novene entstanden?
Der Ursprung der Novene liegt bereits im Neuen Testament. Dort wird in Apostelgeschichte 2,1–14 berichtet, wie Maria und die Apostel im Anschluss an die Himmelfahrt Jesu neun Tage gemeinsam im Gebet verharrten und auf die Herabkunft des Hl. Geistes warteten. Bereits in der frühen Kirche entstand daraus der Brauch in den Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten eine Pfingsnovene zu beten.
Pfingstnovene
Die bekannteste Novene ist sicherlich die Pfingstnovene, die auf das neuntägige Gebet von Maria und den Aposteln nach der Himmelfahrt Jesu im Abendmahlssaal. Davon berichtet die Apostelgeschichte in Kapitel 2,1-14. In der Barockzeit wurde es üblich alljährlich eine solche Pfingstnovene zu beten. Im Jahr 9. Mai 1897 ordnete Papst Leo XIII. in der Enzyklika „Divinum illud munus“ eine neuntägige Andacht für alle Pfarrkirchen und geeignete andere Kirchen und Kapellen an.
Mit der Neuordnung des Kirchenjahres durch das Zweite Vatikanische Konzil wurde die Pfingstnovene zu einem offiziellen Teil der Liturgie erhoben.
Quellen:
- Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Die Bibel. Studienausgabe. Psalmen und Neues Testament. Ökumenischer Text, Stuttgart 2016.
- Isenegger, Marie-Therese: Wir beten zum Heiligen Geist! Gebete und Lieder zum Heiligen Geist; Hauteville/Schweiz 1996.
