Pfingsten
Inhaltsverzeichnis
Was ist Pfingsten?
Die dritte Person in der göttlichen Dreifaltigkeit ist der Heilige Geist, der die Schöpfung von innen her erneuert. In der kirchlichen Liturgie wird der Hl. Geist ganz besonders am Pfingstfest / Pfingsten (von griech. „Pentecoste“ ⇒ zu deutsch: „fünfzigster Tag“ → 50 Tage nach der Auferstehung Jesu wurde der Heiligen Geist über die Apostel und Jünger ausgegossen) und in den Sakramenten angerufen. Besonders bei Taufe und Firmung kommt der Mensch in besonderer Weise mit dem Heiligen Geist in Berührung. Wir können den Heiligen Geist um seinen Beistand im Alltag für viele Anliegen anrufen, sei es vor wichtigen Entscheidungen, Gesprächen oder mit der Bitte, dass er uns im Leben leitet und führt.
Proprium (Wechselnde Messgesänge) für Pfingsten
Die folgenden Propriumsgesänge werden zur Vigil von Pfingsten (2. Klasse) bzw. zum Hochfest Pfingsten bzw. zum Pfingstsonntag (1. Klasse) von der Schola gesungen:
– Vigil von Pfingsten (In Vigilia Pentecostes (Missa ‚Dum sanctificatus‘)) –
– Feier der Pfingstvigil vor 1951 –
– Pfingstsonntag (Dominica Pentecostes (Missa ‚Spiritus Domini‘)) –
Pfingstsequenz: Komm, o Geist der Heiligkeit! (Veni Sancte Spiritus)
Beim „Veni, Sancte Spiritus“ handelt es sich um die so genannte Pfingstsequenz, die im 12. Jahrhundert entstanden ist und deren Verfasser vermutlich Stephan Langton (Erzbischof von Canterbury) war. In der kirchlichen Liturgie wird sie an Pfingsten vor oder nach dem Ruf vor dem Evangelium in der Heiligen Messe gesungen. Im Stundengebet wird die Sequenz zudem zur zweiten Pfingstvesper gebetet.
Die Pfingstsequenz „Veni Sancte Spiritus“ als Gregorianischer Choral zum Anhören
Die Pfingstsequenz als lateinischer und deutscher Text:
Komm, o Geist der Heiligkeit!
Aus des Himmels Herrlichkeit
Sende Deines Lichtes Strahl.
Vater aller Armen Du,
Aller Herzen Licht und Ruh,
Komm mit Deiner Gaben Zahl.
Tröster in Verlassenheit,
Labsal voll der Lieblichkeit,
Komm, o süßer Seelenfreund!
In Ermüdung schenke Ruh,
In der Glut hauch Kühlung zu,
Tröste den, der Tränen weint.
O Du Licht der Seligkeit,
Mach Dir unser Herz bereit,
Dring in unsre Seelen ein!
Ohne Deinen Gnadenschein
Steht der arme Mensch allein,
Kann nicht gut und sicher sein.
Wasche, was beflecket ist;
Heile, was verwundet ist;
Tränke, was da dürre steht;
Beuge, was verhärtet ist;
Wärme, was erkaltet ist;
Lenke, was da irre geht.
Heil’ger Geist, wir bitten Dich:
Gib uns allen gnädiglich
Deiner sieben Gaben Kraft.
Gib Verdienst in dieser Zeit
Und dereinst die Seligkeit
Nach vollbrachter Wanderschaft.
Amen. Alleluja.
Veni, Sancte Spíritus,
Et emítte cáelitus
Lucis tuæ rádium.
Veni, pater páuperum,
Veni, dator múnerum,
Veni, lumen córdium.
Consolátor óptime,
Dulcis hospes ánimae,
Dulce refrigérium.
In labóre réquies,
In aestu tempéries,
In fletu solátium.
O lux beatíssima,
Reple cordis íntima
Tuórum fidélium.
Sine tuo númine,
Nihil est in hómine,
Nihil est innóxium.
Lava quod est sórdidum,
Riga quod est áridum,
Sana quod est sáucium.
Flecte quod est rígidum,
Fove quod est frígidum,
Rege quod est dévium.
Da tuis fidélibus,
In te confidéntibus,
Sacrum septenárium.
Da virtútis méritum,
Da salútis éxitum,
Da perénne gáudium.
Amen. Halleluja.
Hymnus: Komm, Schöpfer Geist (Veni creator Spiritus)
Die Sequenz „Veni Creator Spiritus“ („Komm, Schöpfer Geist“) ist ein Hymnus aus dem 9. Jahrhundert, der so in ähnlicher Form vom heiligen Hrabanus Maurus (780-856) verfasst wurde. In der römisch-katholischen Liturgie wird er vor der Spendung des Weihesakraments (Diakon-, Priester-, Bischofsweihe), bei Profess, bei Jungfrauenweihe, bei Kirch- und Altarweihe, vor Synoden sowie beim Einzug der Kardinäle ins Konklave gesungen. Im kirchlichen Stundengebet wird er in der Vesper ab Christi Himmelfahrt bis einschließlich der zweiten Vesper von Pfingsten gebetet. Im außerordentlichen Ritus wird der Hymnus außerdem zur Terz des Pfingstfestes und der Pfingstoktav verwendet.
Der Hymnus „Veni creator Spiritus“ als Gregorianischer Choral zum Anhören.
1. Komm, Heilger Geist, der Leben schafft,
erfülle uns mit deiner Kraft.
Dein Schöpferwort rief uns zum Sein:
Nun hauch uns Gottes Odem ein.
2. Komm, Tröster, der die Herzen lenkt,
du Beistand, den der Vater schenkt;
aus dir strömt Leben, Licht und Glut,
du gibst uns Schwachen Kraft und Mut.
3. Dich sendet Gottes Allmacht aus
in Feuer und in Sturmes Braus;
du öffnest uns den stummen Mund
und machst der Welt die Wahrheit kund.
4. Entflamme Sinne und Gemüt,
dass Liebe unser Herz durchglüht
und unser schwaches Fleisch und Blut
in deiner Kraft das Gute tut.
5. Die Macht des Bösen banne weit,
schenk deinen Frieden allezeit.
Erhalte uns auf rechter Bahn,
dass Unheil uns nicht schaden kann.
6. Lass gläubig uns den Vater sehn,
sein Ebenbild, den Sohn, verstehn
und dir vertraun, der uns durchdringt
und uns das Leben Gottes bringt.
7. Den Vater auf dem ewgen Thron
und seinen auferstandnen Sohn,
dich, Odem Gottes, Heilger Geist,
auf ewig Erd und Himmel preist.
Amen.
V. Sende aus Deinen Geist und alles wird neu geschaffen.
A. Und Du wirst das Angesicht der Erde erneuern.
Oration
V. Lasset uns beten
Gott, Du hast die Herzen der Gläubigen durch Erleuchtung des Heiligen Geistes belehrt; gib uns durch denselben Geist wahre Weisheit und beständige Freude durch Seinen Trost. Durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit eben dieses Heiligen Geistes. Amen.
V. Maria, Sitz der Weisheit,
A. bitte für uns!
A. Amen.
1. Veni, creátor Spíritus,
mentes tuórum vísita:
imple supérna grátia,
quæ tu creásti péctora.
2. Qui díceris Paráclitus,
donum Dei altíssimi,
fons vivus, ígnis, cáritas
et spiritális únctio.
3. Tu septifórmis múnere,
dextrae Dei tu dígitus,
tu rite promíssum Pátris
sermóne dítans gúttura.
4. Accénde lumen sénsibus,
infúnde amórem córdibus,
infírma nostri córporis
virtúte firmans pérpeti.
5. Hostem repéllas lóngius
pacémque dones prótinus;
ductóre sic te práevio
vitémus omne nóxium.
6. Per te sciámus da Patrem
noscámus atque Fílium,
te utriúsque Spíritum
credámus omni témpore.
7. Déo Pátri sit glória, et Fílio,
qui a mórtuis
surréxit, ac Paráclito,
in saeculórum sáecula.
Amen.
V. Emitte Spiritum tuum, et creabuntur.
A. Et renovabis faciem terrae.
Oratio
V. Oremus
Deus, qui corda fidelium Sancti Spi ritus illustratione docuisti: da nobis in eodem Spiritu recta sapere; et de eius semper consolatione gaudere. Per Dominum nostrum Jesum Christum, qui vivit et regnat in unitate eiusdem Spiritus Sancti Deus. Amen.
V. Maria, sedes sapientiae,
A. ora pro nobis.
A. Amen.
Hymnus: O heiliger Geist (Nunc sancte nobis Spiritus)
Der folgende Hymnus stammt von Aurelius Ambrosius (339/40–397):
„Nunc sancte nobis Spiritus“ als Gregorianischer Choral zum Anhören.
O heiliger Geist,
eins mit dem Vater und dem Sohne,
sei jetzt gerne bereit, in uns Wohnung zu
nehmen, indem du dich ergießest in unser Herz.
Mund, Zunge, Verstand, Sinn und Kraft
mögen dein Lob verkünden,
hell flamme auf die Liebe,
die Glut entzünde die Nächsten.
Verleihe es, gütigster Vater
und du, Eingeborener gleich dem Vater
mit dem Tröster, dem heiligen Geist
herrschend in alle Ewigkeit. Amen
Nunc, sancte nobis Spiritus,
Unum Patri cum Filio,
Dignare promptus ingeri
Nostro refusus pectori.
Os, lingua, mens, sensus, vigor
Confessionem personent,
Flammescat igne caritas,
Accendat ardor proximos.
Praesta, Pater piisime,
Patrique compar Unice,
Cum Spiritu Paraclito
Regnans per omne sæculum. Amen.
Quellen:
- Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Die Bibel. Studienausgabe. Psalmen und Neues
Testament. Ökumenischer Text, Stuttgart 2016. - SCHOTT, Das vollständige Römische Messbuch, lateinisch und deutsch, 1962, Nachdruck von 1995.
