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Gloria (Ehre sei Gott in der Höhe)

Sanctus (Heilig)

Beim Sanctus (zu deutsch: „heilig“) handelt es sich um einen liturgischen Gesang im christlichen Gottesdienst, der seit frühchristlicher Zeit zu den wichtigsten liturgischen Gebeten gehört.

Was ist das Sanctus?

Das Sanctus (zu deutsch: „heilig“), das auch auch Tersanctus („Dreimalheilig“) genannt wird, bezeichnet ein nach seinem Anfangswort benannten Teil des Ordinariums (feststehende Gesänge oder Gebete innerhalb der christlichen Liturgie). Dort wird es traditionell im Anschluss an die Präfation zu Beginn des eucharistischen Hochgebets / Kanons von den Gläubigen (häufig als Wechselgesang von Gemeinde und Chor) gesungen oder gebetet. In der Musikgeschichte erfreut sich das Sanctus ebenso wie die anderen Teile des Ordinariums unzähliger Vertonungen.

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Das „Sanctus“ als Gregorianischer Choral zum Anhören


Wie ist das Sanctus aufgebaut?

Inhaltlich setzt sich das Sanctus aus zwei Teilen zusammen:

  1. Lobgesang der Engel in der Berufungsvision des Propheten Jesaja (Altes Testament): Der Prophet Jesaja sieht Gott im Tempel auf einem Thron, über den stehen sechsflügelige Seraphim stehen, die sich gegenseitig „Heilig, heilig, heilig“ zurufen (vgl. Jes 6,3). Das dreimalige Sanctus-Ruf lässt sich als Hinweis auf die Göttliche Dreifaltigkeit deuten.
  2. Messianischer Begrüßungsruf aus Psalm 118 (vgl. Ps 118,25f.): Dieser wird im Matthäusevangelium in der Szene aufgegriffen, als das Volk von Ierusalem Jesus beim Einzug in die Stadt mit den Worten „Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe“ begrüßt (vgl. Mt 21,9).

Wie ist das Sanctus entstanden?

Der erste Teil des Sanctus wurde bereits im Synagogengottesdienst rezitiert und dann von den Christen übernommen. Dieser Teil ist zudem Bestandteil des frühchristlichen Hymnus „Te Deum“. Bereits der hl. Clemens von Rom (um 50-101) erwähnt dieses Gebet und schreibt dazu, dass es auch in der Kirche gesungen wird. Ab Ende des 4. Jahrhunderts kann das Sanctus als fester Bestandteil in der christlichen Liturgie (in der Eucharistiefeier am Ende der Präfation) der sich entwickelnden Ostkirche nachgewiesen werden, möglicherweise beeinflusst durch die jüdische Liturgie. Das Sanctus in Verbindung mit dem Hosanna, wie es bis heute in der kirchlichen Liturgie verwendet wird, erwähnt für den Osten erstmals Severus von Antiochia. Von dort aus fand das Sanctus dann seinen Weg in die Liturgie der Westkirche. Einen Beleg für die liturgische Verwendung in der Eucharistiefeier lässt sich erstmals in der pseudo-ambrosianischen Schrift „Libellus de spiritu sancto“ (Kapitel 4,2) finden, die auf um das Jahr 400 zurückdatiert wird.

Die Christen stimmen mit dem Sanctus in den Gesang der Engel ein, der zugleich Dank, Lobpreis und Anbetung beinhaltet.

▶ Die Sanctus-Kompositionen der verschiedenen Ordinarien für das Kirchenjahr mit Noten und Hörbeispielen finden sich in folgendem Beitrag: Ordinarium Missæ / Kyriale.

Das Sanctus als Text

Deutsch:

Heilig, heilig, heilig, Gott, Herr aller Mächte und
Gewalten.
Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit.
Hosanna in der Höhe.
Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.
Hosanna in der Höhe.

Latein:

Sanctus, sanctus, sanctus Dominus Deus
Sabaoth.
Pleni sunt coeli et terra gloria tua.
Hosanna in excelsis.
Benedictus qui venit in nomine Domini.
Hosanna in excelsis.


Quellen:

  • Ramm, Martin: Zum Altare Gottes will ich treten; Thalwil 2018, S. 135ff.
  • Braun, Joseph: Liturgisches Handlexikon; München ²1924, S. 308.

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