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Stabat Mater - Sequenz in de Liturgie

Sequenz: Stabat Mater

Beim „Stabat mater“ handelt es sich um eine Sequenz für die österliche Buß- und Fastenzeit, die nach ihren lateinischen Anfangsworten „Stabat mater dolorosa“ benannt wurde, was sich mit „Es stand die Mutter schmerzerfüllt“ übersetzen lässt. Als Autor der ursprünglich als Gedicht verfassten Sequenz werden entweder Papst Innozenz III. (1161-1216), Iacopone da Todi (1230-1306) oder Johannes Bonaventura (1221-1274) angenommen. Im Jahr 1521 wurde die Sequenz zwischenzeitlich in das Missale Romanum aufgenommen und im Zuge des Trienter Konzils wieder daraus entfernt. Zur Einführung des Festes „Gedächtnis der sieben Schmerzen Mariens“ („Septem Dolorum Beatæ Mariæ Virginis“) im Jahr 1727 wurde die Sequenz durch Papst Benedikt XIII. (1649-1730) wieder als Messtext ins Missale sowie als Hymnus in das Brevier der katholischen Kirche aufgenommen, wo sie in der überlieferten Form der römischen Liturgie bis heute ihren festen Platz hat. In der Musikgeschichte wurde das Stabat Mater von vielen berühmten Komponisten vertont wie u.a. Josquin, Palestrina, Haydn, Schubert und vielen anderen. Die bekannteste deutsche Übersetzung des Stabat mater ist das Lied „Christi Mutter stand mit Schmerzen“ von Heinrich Bone.
▶ Die Messgesänge für die Fastenzeit mit Noten und Hörbeispielen: Die heilige Fastenzeit (Tempus Quadragesimæ).
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Das „Stabat mater“ als Gesang zum Anhören.


Der Text auf Latein und Deutsch:

Latein:

Stabat mater dolorosa
Iuxta crucem lacrimosa,
Dum pendebat filius;
Cuius animam gementem,
Contristantem et dolentem
Pertransivit gladius.

O quam tristis et afflicta
Fuit illa benedicta
Mater unigeniti!
Quae maerebat et dolebat,
Et tremebat, cum videbat
Nati poenas incliti.

Quis est homo, qui non fleret,
Matrem Christi si videret
In tanto supplicio?
Quis non posset contristari,
Piam matrem contemplari
Dolentem cum filio?

Pro peccatis suae gentis
Iesum vidit in tormentis
Et flagellis subditum.
Vidit suum dulcem natum
Morientem, desolatum,
Cum emisit spiritum.

Eia, mater, fons amoris,
Me sentire vim doloris
Fac, ut tecum lugeam.
Fac, ut ardeat cor meum
In amando Christum Deum,
Ut sibi complaceam.

Sancta mater, illud agas,
Crucifixi fige plagas
Cordi meo valide.
Tui nati vulnerati,
Iam dignati pro me pati,
Poenas mecum divide.

Fac me vere tecum flere,
Crucifixo condolere,
Donec ego vixero.
Iuxta crucem tecum stare,
Te libenter sociare
In planctu desidero.

Virgo virginum praeclara,
Mihi iam non sis amara,
Fac me tecum plangere.
Fac, ut portem Christi mortem,
Passionis eius sortem
Et plagas recolere.

Fac me plagis vulnerari,
Cruce hac inebriari
Ob amorem filii.
Inflammatus et accensus,
Per te, virgo, sim defensus
In die iudicii.

Fac me cruce custodiri,
Morte Christi praemuniri,
Confoveri gratia.
Quando corpus morietur,
Fac ut anima donetur
Paradisi gloriæ.

Deutsch (Heinrich Bone):

Christi Mutter stand mit Schmerzen
bei dem Kreuz und weint von Herzen,
als ihr lieber Sohn da hing.
Durch die Seele voller Trauer,
schneidend unter Todesschauer,
jetzt das Schwert des Leidens ging.

Welch ein Schmerz der Auserkornen,
da sie sah den Eingebornen,
wie er mit dem Tode rang.
Angst und Jammer, Qual und Bangen,
alles Leid hielt sie umfangen,
das nur je ein Herz durchdrang.

Ist ein Mensch auf aller Erden,
der nicht muss erweichet werden,
wenn er Christi Mutter denkt,
wie sie, ganz von Weh zerschlagen,
bleich da steht, ohn alles Klagen,
nur ins Leid des Sohns versenkt?

Ach, für seiner Brüder Schulden
sah sie ihn die Marter dulden,
Geißeln, Dornen, Spott und Hohn;
sah ihn trostlos und verlassen
an dem blutgen Kreuz erblassen,
ihren lieben einzgen Sohn.

O du Mutter, Brunn der Liebe,
mich erfüll mit gleichem Triebe,
dass ich fühl die Schmerzen dein;
dass mein Herz, im Leid entzündet,
sich mit deiner Lieb verbindet,
um zu lieben Gott allein.

Drücke deines Sohnes Wunden,
so wie du sie selbst empfunden,
heilge Mutter, in mein Herz!
Dass ich weiß, was ich verschuldet,
was dein Sohn für mich erduldet,
gib mir Teil an seinem Schmerz!

Lass mich wahrhaft mit dir weinen,
mich mit Christi Leid vereinen,
so lang mir das Leben währt!
An dem Kreuz mit dir zu stehen,
unverwandt hinaufzusehen,
ist’s, wonach mein Herz begehrt.

O du Jungfrau der Jungfrauen,
woll auf mich in Liebe schauen,
dass ich teile deinen Schmerz,
dass ich Christi Tod und Leiden,
Marter, Angst und bittres Scheiden
fühle wie dein Mutterherz!

Alle Wunden, ihm geschlagen,
Schmach und Kreuz mit ihm zu tragen,
das sei fortan mein Gewinn!
Dass mein Herz, von Lieb entzündet,
Gnade im Gerichte findet,
sei du meine Schützerin!

Mach, dass mich sein Kreuz bewache,
dass sein Tod mich selig mache,
mich erwärm sein Gnadenlicht,
dass die Seel sich mög erheben
frei zu Gott in ewgem Leben,
wann mein sterbend Auge bricht!


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