Hochfest der Unbefleckten Empfängnis Mariens
Was ist die das Hochfest der Unbefleckten Empfängnis Mariä?
Das Fest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria wird von der Kirche jedes Jahr am 8. Dezember gefeiert. Maria wurde das einzigartige Privileg zuteil, dass sie frei von aller Erbschuld empfangen wurde. Das Fest fällt liturgisch in die Adventszeit und ist zugleich das erste Hochfest am Beginn des neuen Kirchenjahres, was die besondere Rolle Marias im Erlösungswerk Gottes verdeutlicht. Die Herkunft des Festes liegt in der Ostkirche, wo es um das Jahr 700 n. Chr. als Fest der „Empfängnis der heiligen Anna“ (Conceptio sanctæ Annae) aufkam. Das Fest gelangte über Italien nach Frankreich und England, wo es ab dem 11. Jahrhundert „Conceptio beatæ Mariæ virginis“ nachgewiesen ist. Im 12. bis 15. Jahrhundert wurde das Fest von den Franziskanern und den meisten Orden sowie von etlichen Diözesen übernommen. Schließlich fügte Papst Sixtus IV. (1414-1484) das Fest 1476 offiziell in das römische Kalendarium ein. Die Päpste Pius V. (1504-1572), Klemens VIII. (1536-1605) und Klemens IX. (1600-1669) werteten das Fest in den darauffolgenden Jahren durch verschiedene Maßnahmen auf und Papst Clemens XI. (1649-1721) schrieb die Feier des Festes im Jahr 1708 dann verbindlich für die gesamte römische Kirche vor. Unter Papst Leo XIII. (1810-1903) wurde das Fest zum Duplex 1. Klasse erhoben. In der klassisch-römischen Liturgie verdrängt das Fest den 2. Adventssonntag, sofern es auf diesen fällt. In der nachkonziliaren Liturgie verdrängt der zweite Adventssonntag hingegen das Fest und es wird am darauffolgenden Montag (9. Dezember) nachgefeiert. Bis 1955 besaß das Fest am Vortag (7. Dezember) zudem eine Vigil.
Der Glaube an die Unbefleckte Empfängnis Marias wurde in besonderer Weise durch das gleichnamige Dogma von Papst Pius IX. (1792-1878) am 8. Dezember 1854 in seiner „Bulle Ineffabilis Deus“ bestätigt. Es gehört zum unveräußerlichen Glaubensgut in der katholischen Kirche.
Die Marienantiphon „Alma Redemptóris Mater“ als mehrstimmiger Gesang von Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525-1594) zum Anhören
Proprium (Wechselnde Messgesänge) für das Fest der Unbefleckten Empfängnis der allerseligsten Jungfrau Maria
Die folgenden Propriumsgesänge werden zum Hochfest Unbefleckte Empfängnis Mariä (1. Klasse) von der Schola gesungen:
– In Conceptione Immaculata Beatæ Mariæ Virginis (Missa ‚Gaudens Gaudebo‘) –
Quellen:
- Braun, Joseph: Liturgisches Handlexikon; München ²1924, S. 359.
