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Vaterunser - Liturgie - Gregorianischer Gesang

Vaterunser (Gebet des Herrn)

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist das Vaterunser?
  • Das Gebet als Text
  • Woher kommt das Vater unser?
  • Wie ist das Vaterunser aufgebaut?
  • Das Vaterunser in der Liturgie
Als wichtigstes Gebet der Christenheit kann ohne Zweifel das Vaterunser bezeichnet werden, also jenes Gebet, dass uns von Jesus persönlich überliefert wurde.

Was ist das Vaterunser?

Das Vaterunser ist das am weitesten verbreitete Gebet des Christentums und das einzige, das Jesus Christus laut dem Neuen Testament seine Jünger selbst gelehrt hat. Alle christlichen Konfessionen beten dieses wichtige Grundgebet. Es gehört außerdem zum festen Bestandteil im Gottesdienst. Das Gebet hat in den unterschiedlichen Konfessionen verschiedene Namen: Paternoster oder Oratio Dominica (römisch-katholische Kirche), Gebet des Herrn bzw. Herrengebet (evangelisch-lutherische Kirche), Unser Vater (evangelisch-reformierte Kirchen sowie einige Freikirchen).

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Das „Vaterunser“ als Gregorianischer Choral zum Anhören


Das Gebet als Text


Deutsch:

Vater unser im Himmel,
Geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot
gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht
in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.


Latein:

Pater Noster, qui es in cælis,
sanctificetur nomen tuum.
Adveniat regnum tuum.
Fiat voluntas tua,
sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum quotidianum
da nobis hodie.
Et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris.
Et ne nos inducas
in tentationem:
sed libera nos a malo.


Griechischer Urtext (Mt 6,9–13):

Πάτερ ἡμῶν ὁ ἐν τοῖς οὐρανοῖς·
ἁγιασθήτω τὸ ὄνομά σου·
ἐλθέτω ἡ βασιλεία σου·
γενηθήτω τὸ θέλημά σου,
ὡς ἐν οὐρανῷ καὶ ἐπὶ γῆς·
τὸν ἄρτον ἡμῶν τὸν ἐπιούσιον δὸς ἡμῖν σήμερον·
καὶ ἄφες ἡμῖν τὰ ὀφειλήματα ἡμῶν,
ὡς καὶ ἡμεῖς ἀφήκαμεν τοῖς ὀφειλέταις ἡμῶν·
καὶ μὴ εἰσενέγκῃς ἡμᾶς
εἰς πειρασμόν,
ἀλλὰ ῥῦσαι ἡμᾶς ἀπὸ τοῦ πονηροῦ.


Woher kommt das Vater unser?

Das Vaterunser stammt direkt von Jesus und findet sich im Neuen Testament, wo es an zwei verschiedenen Stellen stellt mit unterschiedlicher Länge steht.

  • Matthäusevangelium (6,9–13 EU)
  • Lukasevangelium (11,2–4 EU)

Während die Version bei Matthäus sieben Bitten umfasst, hat die Variante bei Lukas nur fünf Stück.


Wie ist das Vaterunser aufgebaut?

Das Gebet setzt sich aus folgenden Teilen zusammen:

  • Anrede („Vater, unser im Himmel“)
  • Lobpreis („Geheiligt werde Dein Name“)
  • Öffnung und Hingabe („Dein Wille geschehe“)
  • Herabrufung des Geistes („Wie im Himmel so auf Erden“)
  • Bitten („Unser tägliches Brot gib uns heute…“)

Das Vaterunser in der Liturgie

Die meisten christlichen Konfessionen beten das Vaterunser auch im Gottesdienst, wobei die längere Version aus dem Matthäusevangelium verwendet. In der Liturgie erhielt das Gebet bereits recht früh einen festen Platz. So berichtet die frühchristliche Schrift Didache (Kapitel 8,2f), dass Christen das Vaterunser auch privat dreimal am Tag beten sollten.

Die katholische Kirche kennt das Vaterunser nicht nur als Bestandteil der heiligen Messe, sondern auch in weiteren liturgischen Gebetsformen wie dem Stundengebet (Laudes und Vesper) sowie im Rosenkranzgebet. Seit der Liturgiereform durch das Zweite Vatikanische Konzil wird im katholischen Gottesdienst die Doxologie (angehängter Lobpreis an das Vaterunser) „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit“ („Quia tuum est regnum et potestas et Gloria in saecula.“) von der ganzen Gemeinde laut mitgebetet, die sich an den Embolismus (Nachsatz zum Vater unser) anschließt:


Deutsch:

Erlöse uns, Herr, allmächtiger Vater, von allem Bösen und gib Frieden in unseren Tagen. Komm uns zu Hilfe mit deinem Erbarmen und bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus erwarten.


Latein:

Libera nos, quaesumus, Domine, ab omnibus malis, da propitius pacem in diebus nostris, ut, ope misericordiae tuæ adiuti, et a peccato simus semper liberi et ab omni perturbatione securi: exspectantes beatam spem et adventum Salvatoris nostri Iesu Christi.

In der orthodoxen Liturgie sowie im klassisch-römischen Ritus wird der Embolismus sowie die Doxologie nur vom Priester gebetet. Außerdem wird im außerordentlichen Ritus nur die letzte Bitte des Vaterunsers von der Gemeinde laut mitgebetet.
Im privaten Gebrauch des Vaterunser-Gebets wird die Doxologie in der Regel ganz weggelassen.
In der Zeit Karls des Großen wurde es üblich, dass jeder Christ das Vaterunser auswendig kennen musste, wenn er Taufpate werden wollte.


Quellen:

  • Braun, Joseph: Liturgisches Handlexikon; München ²1924, S. 263.
  • Seewald, Peter: Kult; München 2007, S. 154.

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