Das Kirchenjahr (Proprium de Tempore)

Das Proprium de Tempore enthält die wechselnden Texte bzw. Gesänge der Sonntage, Wochentage sowie Herrenfeste des Kirchenjahres, das nach einzelnen Festkreisen geordnet ist – beginnend mit dem 1. Advent. Das Proprium umfasst grundsätzlich immer die wechselnden Gebete bzw. Gesänge der Messfeier (Introitus, Graduale, Tractus, Alleluja, Sequenz, Offertorium, Communio).


Legende der liturgischen Farben

Weiß (Gold): An Festen des Herrn (außer an Leidensfesten), am Dreifaltigkeitssonntag, am Gründonnerstag, am Karsamstag, an Fronleichnam, an Marienfesten, an Festen der Engel, Bekenner, Hl. Jungfrauen und Frauen (die keine Märtyrer sind), an Allerheiligen, an Geburt Johannes des Täufers, am Kirchweihfest, zur Brautmesse sowie bei sakramentalen Prozessionen.
Rot: Zur Vigil vor Pfingsten, am Pfingsttag, in der Pfingstoktav, an den Leidensfesten des Herrn, an den Festen des Hl. Kreuzes, den Aposteltagen, den Märtyrerfesten sowie zu den Messen vom Hl. Geist.
Violett: An den Wochen- und Sonntagen im Advent sowie für die Zeit zwischen Septuagesima und den Kartagen (außer bei Festen in dieser Zeit mit eigener Farbe), an den Quatembertagen (außer Pfingstquatember), an den Vigiltagen (außer vor Pfingsten), bei Votivmessen mit Bitt- und Bußcharakter sowie zu Bittprozessionen.
Rosa: An den Sonntagen Lætare und Gaudete.
Grün: An den Sonntagen zwischen Epiphanie und Septuagesima, sowie zwischen dem Dreifaltigkeitssonntag und dem 1. Advent, wenn kein besonderes Fest anfällt.
Schwarz: An Karfreitag, zu Totenmessen und den Exequien.

Wann werden die Propriumsgesänge angestimmt?

  • Introitus: Sobald der Priester zum Altar geht (mancherorts auch erst bei der Ankunft am Altar), beginnt die Schola mit dem Gesang des Introitus. Der Introitus setzt sich zusammen aus: Antiphon, einem Psalmvers, einer Wiederholung der Antiphon, einer Doxologie (Gloria Patri) sowie einer sich abschließenden Wiederholung der Antiphon.
  • Zwischengesänge: Direkt nach Beendigung der Epistel (Lesung) singt die Schola dem Anlass bzw. jeweiligen Zeit des Kirchenjahres entsprechend entweder:
    • Graduale + Alleluja (nicht geprägte Zeit) → Der Graduale-Gesang setzt sich zusammen aus: Responsum, einem Solo-Vers (häufig ein Psalm-Vers) sowie einer Wiederholung des Responsums.
    • Graduale + Tractus (Septuagesima bis Ostern) → Der Tractus ist ein Psalmengesang ohne Antiphon, der nur in der Fastenzeit gesungen wird.
    • zwei Alleluja-Gesänge (Osterzeit) → Das Alleluja besteht aus folgenden Teilen: einem Alleluja (mit Jubilus versehen), einem Psalmvers sowie dem sich wiederholenden Allelujaruf.
    • Sequenz (als letzter der Zwischengesänge zu den Hochfesten Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Fronleichnam sowie beim Requiem und am Fest der Sieben Schmerzen der allerseligsten Jungfrau Maria (15. September)) → Bei der Sequenz handelt es sich um einen hymnenartiger Gesang, der aus mehreren Strophen besteht.
  • Offertorium: Direkt im Anschluss an das Credo (nach „Oremus“ des Priesters) singt die Schola das Offertorium. Beim Offertorium handelt es sich um eine antiphonale Komposition, die sich aus einen Vers (zumeist aus den Psalmen) und der Wiederholung des ersten Abschnitts des Verses (als „Repetenda“ bezeichnet) zusammensetzt.
  • Communio: Direkt nach der Kommunion des Priesters (mancherorts auch erst nach der Kommunion der Gemeinde) singt die Schola die Communio. Die Communio setzt sich zusammen aus: Antiphon, einem oder mehrerer Psalmverse sowie einer Wiederholung der Antiphon am Ende bzw. zwischen den einzelnen Psalmversen.

 

Quellen:

  • Braun, Joseph: Liturgisches Handlexikon; München ²1924, S. 106f.