Mariä Lichtmess / Darstellung des Herrn
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Was ist Mariä Lichtmess?
Nach altem jüdischen Brauch wird der erstgeborene Sohn eine Familie 40 Tage nach der Geburt (vgl. Lev 12,2–4) Gott im Tempel zu Ierusalem im Gedenken an die Pessach-Nacht bzw. die Befreiung des jüdischen Volkes aus der Versklavung in Ägypten geweiht bzw. dargebracht (Darstellung Jesu im Tempel). Außerdem galt eine Frau nach biblischen Gesetz 40 Tage nach der Geburt eines Jungen als unrein und musste sich deshalb im Tempel einem speziellen Reinigungs- und Segensritus unterziehen. Sie hatte dazu als Reinigungsopfer (vgl. Lev 12,8) dem Tempel-Priester ein Schaf und eine Taube zu übergeben (für ärmere Menschen zwei Turteltauben oder andere Tauben).
Im außerordentlichen Ritus endet an Mariä Lichtmess die traditionelle Weihnachtszeit. Bis zu diesem Tag bleiben vielerorts noch die Krippen und die Weihnachtsbäume stehen. Nach altem Brauch werden an Mariä Lichtmess in der kirchlichen Liturgie vor Beginn der Messe in einem eigens dafür vorgesehenen Ritus die Kerzen für den Jahresbedarf geweiht, gefolgt von einer gemeinsamen Lichterprozession.
Proprium (Wechselnde Messgesänge) für Mariä Lichtmess
Die folgenden Propriumsgesänge werden am Fest Darstellung des Herrn (2. Klasse) von der Schola gesungen:
– 2. Februar: Mariä Lichtmess (In festo Purificationis Beatæ Mariæ Virginis (Prozession & Missa ‚Suscepimus Deus‘)) –
Antiphon: Lumen ad revelationem gentium
Im Anschluss an die Kerzenweihe zu Mariä Lichtmess wird die berühmte Antiphon „Lumen ad revelationem gentium“ gesungen, während der Priester die Kerzen an das Volk verteilt. Danach schließt sich in der römischen Liturgie die Lichterprozession an. Zur Antiphon wird das Canticum Nunc dimittis gesungen, wobei die Antiphon nach jedem einzelnen Vers wiederholt wird.
Die Antiphon „Lumen ad revelationem gentium“ als gregorianischer Choral zum Anhören.
Der Text auf Deutsch und Latein:
Ein Licht zur Erleuchtung der Heiden,
und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
Lumen ad revelationem gentium,
et gloriam plebis tuæ Israel.
